Broschüre: „Barometer Familienfreundlichkeit”

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Broschüre: „Barometer Familienfreundlichkeit”

cover_barometer-familienfreundlichkeit_mod_100Die Ergebnisse dreier Befragungen von Führungskräften, Beschäftigten sowie Personalerinnen und Personalern zu Familienfreundlichkeit veröffentlichten die  Hessenstiftung – Familie hat Zukunft, die Vereinigung der hessischen Unternehmer­verbände und die IGS Organisationsberatung jetzt zusammen mit Fachbeiträgen in der Broschüre "Barometer Familienfreundlichkeit - Verantwortung und Engagement in Unternehmen".

In seinem Fachbeitrag "Veränderte Werte" schreibt Marcus Schmitz, Geschäftsführer der IGS Organisationsberatung aus Köln: "Während der Beruf immer umfassender Teile des Privatlebens in Anspruch nimmt, immer umfangreichere Forderungen stellt und einen immer höheren Einsatz erfordert und erwartet, ziehen sich viele Väter aus dem Erfüllungsdruck dieser Forderungen zurück. Sie ziehen Grenzen, nehmen für sich in Anspruch Nachmittage mit den Kindern zu verbringen, Freizeit zu haben und auf Sicht einen Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben hinzubekommen."

Väter fordern Familienfreundlichkeit vermehrt ein

Die Befragungen bestätigen, was Marcus Schmitz schreibt. Alle drei Umfragen zeigen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter familienfreundliche Maßnahmen verstärkt einfordern. Von "gestiegenem Selbstbewusstsein" der Beschäftigten ist die Rede. Sie trieben das Thema in den Unternehmen voran. Die Anfragen nach mehr Familienfreundlichkeit von Männern seien etwas stärker gestiegen, als die der Frauen (27 Prozent vs. 24 Prozent), gaben die Führungskräfte an. Gleichzeitig habe, meinten 40 Prozent der befragten Vorgesetzten, auch die Akzeptanz gegenüber Männern zugenommen, die familienfreundliche Angebote nutzen. 39 Prozent der befragten Beschäftigten beobachten, dass inzwischen mehr Väter Elternzeit nehmen, was ebenfalls als Indiz für eine gestiegene Zustimmung gewertet werden kann.

Unternehmensleitungen haben das Thema "besetzt"

Aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es zumeist die Unternehmensleitung, die das Thema "Familienfreundlichkeit" besetzt. Direkte Vorgesetzte positionieren sich weniger häufig. 31 Prozent der Führungskräfte sagen, sie fühlten sich in einem Konflikt, wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter sie mit Anliegen in Bezug auf Familienfreundlichkeit konfrontierten. Die ganz große Mehrheit hält Familienfreundlichkeit jedoch grundsätzlich für wichtig, für nützlich für das Unternehmen und im betrieblichen Alltag realisierbar.

Personalabteilungen stehen Vorteile hauptsächlich für Beschäftigte

Fachleute in den Personalabteilungen sehen sich bei der Gestaltung von Familien­freundlichkeit vor allem verantwortlich für Konzeption und Umsetzung oder als Dienstleister. Familien­freundlichkeit, meinen viele Personalerinnen und Personaler, komme vor allem den Beschäftigten zu Gute und sei in den unteren Hierarchieebenen relevanter als in den höheren. Den Nutzen für das Unternehmen sehen sie nur eingeschränkt. Der Personalbereich verschlafe in vielen Fällen seine strategische Verantwortung, kritisiert Marcus Schmitz.

Väter als Motoren für mehr Familienfreundlichkeit

"Die gesellschaftliche Entwicklung mit der Veränderung der überlieferten Geschlechterrollen und der neuen Vielfalt von Familienformen erlaubt es nicht länger, bei Familienfreundlichkeit nur an Frauen zu denken", schreibt Ulrich Kuther, Geschäftsführer der Hessenstiftung – Familie hat Zukunft in seinem Broschüren-Beitrag "Familien- und Väterfreundlichkeit". "Die Veränderung für die Unternehmen liegt darin, dass ihre bisherige Abschottung gegen das Thema deshalb nicht mehr funktioniert, weil jetzt plötzlich auch die Männer ihre Rolle in der Familie entdecken und neue Lösungen fordern."

 

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