Praxis: Zertifikat für eine väterorientierte Personalpolitik

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Praxis: Zertifikat für eine väterorientierte Personalpolitik

Unternehmen, die eine familienfreundliche und damit auch väterorientierte Personalpolitik zum Bestandteil ihrer Unternehmenspolitik machen wollen, können sich zertifizieren lassen. Zertifikate sollen dazu beitragen, dass das Unternehmen nach innen und außen als attraktiver und kompetenter Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Zugleich sollen personalpolitische Weichenstellungen entscheidende Verbesserungen für die Beschäftigten und das Unternehmen bewirken. Der erhoffte Image- und Qualitätsgewinn soll sich nicht zuletzt auf den unternehmerischen Erfolg auswirken und den Erfolg am Markt sichern.

Eine Zertifizierung basiert auf dem Einsatz eines personalpolitischen Planungs- und Steuerungsinstruments, das anhand ausgewählter Bewertungskriterien die Maßnahmen und die gelebte Kultur eines Unternehmens zur Förderung einer familienfreundlichen Personalpolitik überprüft und dokumentiert. Dieser Prozess soll Impulse zur Entwicklung von personalpolitischen Innovationen geben. Auf der Basis einer Ist-Analyse (Bestandsaufnahme) werden Schwachstellen identifiziert, Handlungsbedarfe und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, und anschließend Veränderungs- und Entwicklungsstrategien eingeleitet.

Zertifikate werden in Deutschland von der Beruf und Familie gGmbH (hervorgegangen aus der gemeinnützigen Hertie-Stiftung) und der Initiative TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V. vergeben.

Das Audit Beruf und Familie orientiert sich an folgender Schrittfolge:

  1. Information zum Audit und zum eingesetzten Instrument (Fragebogen) im Rahmen eines Orientierungsgesprächs
  2. Bildung einer repräsentativen Projektgruppe und Analyse des Ist-Zustands (Basis-Workshops)
  3. Auswertung der Ergebnisse durch externe Auditoren und Entwicklung von Handlungsempfehlungen. Festlegung von Zielen, Lösungswegen und ersten Umsetzungsschritten (Präsentations-Workshop)
  4. Empfehlung des Unternehmens zur Erteilung des Grundzertifikats durch die externen BeraterInnen
  5. Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen die Erteilung des Zertifikats durch den Audit-Rat (ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik)
  6. Nach einem Zeitraum von ca. 3 Jahren kann eine Überprüfung der Ziele und Maßnahmen im Rahmen einer Re-Auditierung erfolgen.

 

Die Initiative TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V. hat sich zum Ziel gesetzt, Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zu etablieren, nachhaltig zu verankern und damit einen Paradigmenwechsel in der Personalpolitik herbeizuführen. Dieses Ziel ist erreicht, wenn Begabung, Potenzial und Kompetenz der Geschlechter gleichermaßen (an-)erkannt, einbezogen und gefördert werden. Für beispielhaftes Handeln im Sinne einer an Chancengleichheit ausgerichteten Personalführung vergibt der Verein das TOTAL E-Quality Prädikat. Das Prädikat zeichnet Unternehmen, Organisationen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus, die eine an Chancengleichheit orientierte Personalpolitik verfolgen.

Das Prädikat ist eine Auszeichnung für Organisationen, die sich nachweislich und langfristig in ihrer Personalpolitik für Chancengleichheit einsetzen. Bewerben können sich Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung mit mehr als 15 Beschäftigten. Das Prädikat besteht aus einer Urkunde und dem TOTAL E-QUALITY Logo, das die Prädikatsträger für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen können. Es wird für drei Jahre verliehen. Danach erfolgt eine erneute Auszeichnung, wenn die wiederholte Bewerbung weitere Fortschritte auf dem Weg zur Chancengleichheit nachweist. Bisher wurden in insgesamt 12 Prädikatsvergaben mehr als 100 Organisationen mit über zwei Millionen Mitarbeiter/innen für ihre an Chancengleichheit orientierte Personalpolitik ausgezeichnet.

Entscheidendes Kriterium für die Vergabe des Prädikates ist, dass die Organisationen einen erfolgreichen Konsens zwischen wirtschaftlichen Belangen und den Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittels geeigneter Personalstrategien zur Umsetzung von Chancengleichheit erzielen.

Links:

 

Literatur:

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