Studie: "Anforderungen von Vätern an einen familienfreundlichen Arbeitgeber"

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Studie: "Anforderungen von Vätern an einen familienfreundlichen Arbeitgeber"

Ergebnis einer Studie: 70 Prozent der Väter fürchten negative Folgen im Job, falls sie Eltern- oder Teilzeit nehmen - und äußern daher ihre Wünsche erst gar nicht.

Väter in Deutschland fühlen sich bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf von ihren Arbeitgebern nicht genügend unterstützt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Anforderungen von Vätern an einen familienfreundlichen Arbeitgeber", die von der hessenstiftung - familie hat zukunft vorgelegt wurde. Die Stiftung beschäftigt sich seit ihrer Gründung durch das Land Hessen im Jahr 2001 in einem eigenen Förderbereich mit der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer.

360 Väter zwischen 21 und 66 Jahren im gesamten Bundesgebiet wurden im Auftrag der Stiftung von der IGS - Organisationsberatung befragt. Von diesen leben die meisten in festen Partnerschaften, haben im Durchschnitt zwei Kinder und 84 Prozent von ihnen stehen in einem Vollzeit-Arbeitsverhältnis.Nur rund 40 Prozent der befragten Väter bezeichnen ihren Arbeitgeber als familienfreundlich, somit sind knapp 60 Prozent der Studienteilnehmer unzufrieden mit den Bedingungen am Arbeitsplatz, die dem Familieleben entgegenkommen.

Hinzu kommt, dass knapp 71 Prozent der Arbeitnehmer negative Konsequenzen befürchten, wenn sie familienfreundliche Angebote, wie etwa die Elternzeit, nutzten. Sogar 30 Prozent beobachten bei denjenigen Vätern ein negatives Image, die der Familie ein größeres Gewicht als der Arbeit beimessen.

Als positiv empfunden wird dagegen jedoch die zeitliche Flexibilität der Arbeitszeit, die in vielen Unternehmen gewährt wird. Des Weiteren würde sich die Mehrheit der Befragten mehr Freiheiten im Bereich des Home-Offices, der Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, Gleitzeit und Elternzeit von ihren Chefs wünschen. Zusätzlich könnte sich knapp ein Drittel der Befragten vorstellen, zu Gunsten der Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz auf zehn Prozent ihres Gehaltes zu verzichten.

Auswirkungen der familienunfreundlichen Bedingungen am Arbeitsplatz sind oft Konflikte zwischen beruflichen und familiären Anforderungen (42,7%), zu wenig Zeit für die Kinder (57,7%) und Beziehungsprobleme (69,1%).

Die meisten Erwartungen an ihre Firma in punkto Familienfreundlichkeit stellen die Väter in der flexiblen Arbeitszeitgestaltung, dem familienbewussten Verhalten sowie den individuellen Karrieremöglichkeiten. Viele der Befragten sehen in einer möglichen familienfreundlichen Firmenpolitik positive Chancen in Bezug auf die Identifikation mit dem Arbeitgeber, der eigenen Arbeitsmotivation sowie der Zufriedenheit.

Die Studie wird in einigen Wochen als Broschüre mit Handlungsempfehlungen erscheinen. Die Studienergebnisse können Sie schon jetzt folgender PDF-Datei entnehmen.

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