Praxis: Teilzeit bei Hewlett-Packard, Böblingen

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Praxis: Teilzeit bei Hewlett-Packard, Böblingen

HeikoWirth_100Wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen, machen bei Hewlett-Packard in Böblingen nicht nur Frauen vor. Auch Männer kümmern sich verstärkt um den Nachwuchs. Trotzdem leidet der Beruf nicht.

Der Diplom-Informatiker Heiko Wirth erzählt, was es damit auf sich hat.

Wenn Moritz und Jette montags die Musikschule besuchen, kommt ihre Mutter mit. Wenn der 4-Jährige und die 2-Jährige sich freitags beim Turnen austoben, schaut der Vater zu. Ihren Vater nicht nur beim Frühstück oder am Abend zu sehen, ist für die beiden Kleinen selbstverständlich. "Unsere Familie arbeitet in der Woche 52 Stunden", sagt Heiko Wirth, Country Security Officer Germany im Bereich Outsourcing bei Hewlett-Packard in Böblingen. 32 Stunden gehen auf das Konto des Diplom-Informatikers. Ehefrau Andrea, eine promovierte Physikerin, die für PhilipsMedizinsysteme arbeitet, übernimmt die verbleibenden 20 Stunden.

Nach der Geburt von Sohn Moritz im Jahr 2003 entschied sich das Ehepaar für ein damals noch eher seltenes Modell. Beide beantragten gleichzeitig bei ihren Arbeitgebern Elternzeit. "Der Wunsch wurde ohne Probleme erfüllt", erinnert sich der 38-Jährige. Und weder bei ihm noch bei Kollegen, die ebenfalls die Stundenzahl wegen der Familie reduziert hätten, habe die Karriere gelitten. Mittlerweile hat Wirth seinen Elternzeitvertrag in einen 32-Stunden-Teilzeitvertrag umgewandelt, um Überstunden flexibler handhaben zu können. "In der Regel arbeite ich vier Tage im Büro und habe freitags frei."

Besonderer Charme des Arbeitszeitmodells: Der gebürtige Saarländer kann sich seine Zeit extrem flexibel einteilen. "Bei wichtigen Terminen arbeite ich dann eben freitags und nehme einen anderen Tag frei." Die Zeitpläne von Andrea und Heiko Wirth sind so perfekt aufeinander abgestimmt, dass sie nur an eineinhalb Tagen eine Betreuung für ihre Kinder brauchen. Dann springen die Schwiegereltern ein. Auf Unverständnis oder gar Kopfschütteln ist Heiko Wirth mit seinem Teilzeitwunsch keinesfalls gestoßen. "Ganz im Gegenteil. Die Idee ist damals sehr positiv aufgenommen worden. Später folgten mir dann sogar zwei Kollegen."

Der Bericht über dieses Teilzeit-Beispiel erschien im vom Bundesfamilienministerium sechs Mal jährlich herausgegebenen Newsletter "Erfolgsfaktor Familie" - wir danken Herrn Wirth, der Newsletter-Redaktion des BMFSFJ und der Agentur "ergo" für die freundliche Überlassung.

Der Newsletter behandelt nicht nur häufig das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sondern hat auch sonst viel Interessantes zu bieten hat; er kann über www.erfolgsfaktor-familie.de/newsletter abonniert werden. Dort sind auch alle bisher erschienen Ausgaben als pdf-Dateien hinterlegt.

Veranstaltungen

02/2012 zurück vor
KW MoDiMiDoFrSaSo
05     01 02 03 04 05
06 06 07 08 09 10 11 12
07 13 14 15 16 17 18 19
08 20 21 22 23 24 25 26
09 27 28 29        

Suchen >>>

Thema des Monats

Interview mit Ministerin Ute Schäfer: „Aktive Vaterschaft – erforscht, erwünscht, erledigt?“