Schule: Schulanfang für Erstklässler

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Schule: Schulanfang für Erstklässler

Schulanfang_Paul-Georg-Meister_pixelio_de_mod_100"Die Schule hat begonnen" - Banner mit dieser Aufschrift machen auf den Straßen Nordrhein-Westfalens auf den Beginn des Schuljahres für Erstklässler aufmerksam. Für Schulanfänger beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt. Vaeter-nrw.de hat mit Martin Depenbrock, Vorsitzender der Landeselternschaft Grundschulen NRW e.V. und selbst Vater von vier Jungen, darüber gesprochen, was auf die Väter nach dem ersten Schultag Neues zukommt.

"Wenn Kinder in die erste Klasse kommen, sind sie wahnsinnig aufgeregt und gespannt auf alles Neue", sagt Martin Depenbrock, der sich seit zwölf Jahren in der schulischen Elternarbeit engagiert. "Und auch für die Väter und Mütter ändert sich einiges. Sie machen zum Beispiel die Erfahrung, dass sie in Sachen Schule bei ihren Kindern als Eltern 'abgemeldet' sind. Erstklässler vertrauen, was Lernen betrifft, hier ganz ihrem Lehrer oder ihrer Lehrerin. Ein neuer selbstständiger Abschnitt im Leben der Kinder hat begonnen." Der Vorsitzende der Landeselternschaft in den Grundschulen Nordrhein-Westfalens empfiehlt daher den Erziehungsberechtigten, sich aktiv an den Mitwirkungsmöglichkeiten, die für die Eltern an den Schulen bestehen, zu beteiligen.

"Die Grundschule hat sich sehr verändert. Das Kind steht als Mensch im Mittelpunkt eines professionellen pädagogischen Unterrichts", beschreibt Depenbrock die Entwicklung der letzten Jahre. Viele Unterrichtsmethoden sind neu und mit den Erfahrungen anderer Generationen kaum vergleichbar. An den Elternabenden erklären die Lehrerinnen und Lehrer das Unterrichtssystem und geben oft auch Empfehlungen, wie die Eltern ihre Kinder unterstützen können.

"Die Kinder Hausaufgaben selbstständig machen lassen, auch wenn es schwer fällt", rät Martin Depenbrock und weiß um die Herausforderung für die Eltern. Es sei in erster Linie wichtig, dass die Hausaufgaben überhaupt und regelmäßig gemacht würden. Dafür empfiehlt es sich, den Nachmittag verlässlich zu strukturieren und eine ruhige halbe Stunde für die Hausaufgaben einzuplanen. Oft zeigen die Kinder gerade am Anfang stolz ihre Arbeitsergebnisse. Viele Väter und Mütter haben dann den Impuls zu korrigieren, um dem Kind zu helfen. "Doch hier sollten sich die Eltern zurückhalten, denn für den Lehrer oder die Lehrerin ist eine unverfälschte Rückmeldung über den Lernerfolg des Kindes wichtig."

Wenn es um den Schulweg geht, ist Unterstützung gefragt. Auch der Weg zur Schule gehört zu den neuen Lernaufgaben. Hier ist es nicht nur wichtig, den Geh- oder Fahrweg zur Schule zu kennen, sondern auch Verhaltensregeln zur eigenen Sicherheit zu erlernen: Wie verhalte ich mich, wenn ich mit anderen Kindern den Schulweg gehe? Was ist im Notfall zu tun? Gibt es jemanden, der mir helfen kann? Für Eltern ist es wichtig zu wissen, ob es Schülerlotsen gibt. Eine andere Möglichkeit ist der so genannte "Walking Bus". Hier werden Kinder auf dem Schulweg von zwei Erwachsenen begleitet. Sie laufen wie ein Linienbus zu fest vereinbarten Zeiten "Haltestellen" an. Diese Gehgemeinschaft bringt die Jungen und Mädchen sicher zur Schule und nach dem Unterricht wieder nach Hause. Eine Empfehlung für die Organisation von "Walking-Bus-Gemeinschaften" ist auf der Internetseite des Schulministeriums zu finden. "Es entlastet die Eltern, wenn sie nicht jeden Morgen und Mittag den Schulweg selbst organisieren müssen, sondern sich mit anderen Vätern und Müttern abwechseln können", beobachtet Depenbrock.

Spaß an der Schule geht auch mit einer guten Ernährung einher. In den Pausen frühstücken die Kinder meist gemeinsam im Klassenverbund. Nach den Erfahrungen von Martin Depenbrock ist das Pausenbrot in der Schule zunehmend die erste Mahlzeit am Tag. "Die Schulen fordern immer wieder eine ausgewogene Ernährung aus Obst, Getreideprodukten, Milch und Wasser ein. Oft vergessen die Kinder jedoch das Trinken. Das sollte an einem der Elternabende thematisiert werden. Manche Schulen haben bereits für geringes Geld ein 'Schulwasser' eingeführt. Vielleicht lässt sich so etwas gemeinsam organisieren."

Der Schulanfang ist gemacht. Am ersten Elternabend wird die Klassenpflegschaft gewählt. Klassenpflegschaftsvorsitzende sind Vermittler zwischen Eltern und Lehrern und Mitglieder der Schulpflegschaft, die wiederum Vertreter in die Schulkonferenz entsendet. Hier können die Elternvertreter die Partnerschaft von Schule und Eltern aktiv mitgestalten. Nach Einschätzung von Depenbrock sind von den Aktiven 30 Prozent Väter. "Nach meiner Erfahrung lohnt sich das Engagement in der Elternpflegschaft. Wenn die Partnerschaft von Schule und Eltern gut funktioniert, profitieren alle davon. Und nicht zuletzt ist es auch für das eigene Kind von Vorteil, wenn man sich einbringt."

Links:

Informationen zur Klassenpflegschaft sind auf dem Bildungsserver des Schulministeriums zu finden

Interessantes zur Bildung in Nordrhein-Westfalen im Bildungsbericht 2009 unter www.schulministerium.nrw.de/BP/Presse/Materialien/bildungsbericht.pdf

Link zur Landeselternschaft Grundschulen: www.landeselternschaft-nrw.de

Link zum Thema "Walking Bus" Gehgemeinschaften zur Schule:
www.schulministerium.nrw.de

Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

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