Berufswahl: Wie Väter ihre Kinder unterstützen können

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Thema des Monats: Alleinerziehende Väter

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Berufswahl: Wie Väter ihre Kinder unterstützen können

banner_berufe-universum_100Wenn der schulische Abschluss naht, stehen Jugendliche vor der Herausforderung, wichtige Weichen für ihr weiteres Leben zu stellen. Während des Berufswahlprozesses schätzen die meisten Kinder eine Begleitung durch ihren Vater sehr.

Bereits geraume Zeit vor dem Schulabschluss stehen Jugendliche vor entscheidenden Fragen: „Wie geht es für mich weiter, wenn die Schule vorbei ist? Welchen Beruf will ich ergreifen, welche Ausbildung, welches Studium ansteuern?“ Väter können ihre Kinder dabei unterstützen, die passenden Antworten zu finden. Umfragen bestätigen, dass die Jugendlichen – auch wenn sie Väter und Mütter in dieser Phase in vielen Aspekten sehr kritisch sehen – ihren Rat in beruflichen Fragen durchaus wünschen und ernst nehmen. Heike Stöcker, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Wuppertal, bestätigt das: „Die Mädchen und Jungen, die zu mir kommen, sind häufig gerade erst 14 Jahre alt. Sie machen sich jetzt auf den Weg in eine völlig neue Lebenswelt, die sie noch gar nicht oder kaum kennen.“ Dass sie dabei Unterstützung aus dem Elternhaus bekämen, sei nicht selbstverständlich. „Viele kommen nicht nur allein zur Arbeitsagentur, sie fühlen sich auch allein gelassen.“

Väter als berufliche Ratgeber besonders gefragt

Heike Stöcker ermuntert Eltern, ihre Kinder auf dem Weg in den Beruf zu begleiten. „Vielfach sind es die Väter, die in den Familien die meisten Erfahrungen in der Arbeitswelt gesammelt haben und die in dieser Phase daher als Ratgeber für ihre Kinder besonders hilfreich sind“, sagt sie. Väter können über ihre eigenen Erfahrungen berichten, erzählen, was damals zu ihrer Berufswahl geführt hat und welche Vor- und Nachteile ihr Beruf mit sich bringt oder brachte. „Vielfach verfügen sie über ein gutes berufliches bzw. privates Netzwerk und können ihren Kindern darüber einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz vermitteln“, sagt Heike Stöcker. Sie erlebt außerdem, dass Vätern das Gespräch mit den oft pubertierenden Jugendlichen in vielen Fällen besser gelingt als den Müttern. „Viele Jungen und Mädchen liegen in dieser Entwicklungsphase eher mit der Mutter im Alltagsclinch als mit dem Vater“, beobachtet die Beraterin. Es gäbe jedoch auch Fälle, in denen die Kinder auch die Ratschläge des Vaters nicht hören und „ihr Ding“ alleine durchziehen wollten. „Lassen Sie Ihre Kinder eigene Erfahrungen machen“, rät die Expertin, „aber signalisieren Sie, dass Sie da sind, wenn Unterstützung gebraucht wird oder etwas schief geht.“

Den Kindern helfen, ihre Stärken zu erkennen

Besonders wichtig und hilfreich ist es für die Kinder, wenn die Eltern sie dabei unterstützen, ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten herauszuarbeiten. Denn das ist die Grundlage dafür, dass sie einen Beruf finden können, der ihnen entspricht. Heike Stöcker berichtet: „Wenn ich Jugendliche frage, was sie besonders gut können, fällt ihnen häufig gar nichts ein oder sie listen sofort auf, was sie alles nicht können. Die Sicht auf sich selbst ist oft recht negativ gepolt. Das ist schade.“ Väter kennen ihre Kinder von klein auf und wissen meist recht gut, wo ihre Stärken liegen. Dieses Wissen sollten sie mit dem Nachwuchs teilen. Sie können ihre Kinder auch auffordern, sich Feedback in Freundeskreis oder bei Verwandten und Bekannten zu holen. Dabei kommen oft noch einmal andere Punkte zu Tage. Auf dem Portal www.planet-beruf.de der Bundesagentur für Arbeit steht zudem das Tool „Berufe-Universum“ für die Berufswahl zur Verfügung, das auch bei der Ermittlung von Stärken wertvolle Dienste leistet und anschließend zum Stärkenprofil passende Berufe vorschlägt. Väter können das Programm zusammen mit ihren Kindern durcharbeiten oder die Fragen ebenfalls für das Kind beantworten. Dann ist es spannend zu sehen, wie weit die Ergebnisse auseinander liegen.

Die Berufswelt verändert sich – auch Eltern brauchen aktuelle Informationen

Die Beratung der Kinder stellt Eltern auch vor Herausforderungen. Die Arbeitswelt hat sich verändert, es gibt neue Berufe und Studiengänge und Väter haben vielmals die Befürchtung, nicht genug zu wissen, um ihre Kinder gut unterstützen zu können. Daher gibt es für Eltern eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten. www.planet-beruf.de richtet sich nicht nur an Schülerinnen und Schüler. Es unterstützt mit aktuellen Informationen, einem Newsletter und dem Eltern-Magazin „Berufswahl begleiten“, das auch in einer türkisch-deutschen Version erhältlich ist, auch Eltern und Lehrkräfte bzw. alle die Kinder, während der Berufswahlphase begleiten. Die Agenturen für Arbeit veranstalten zumeist in Zusammenarbeit mit den Schulen Informationsabende und Sprechtage für Eltern. Informationen zu einzelnen Berufen liefert die Website des Bundesinstituts für Berufsbildung. Dort sind speziell auch neue bzw. modernisierte Berufe zusammengefasst.

Väter als Coaches der Kinder

Einen zentralen Rat gibt Heike Stöcker den Vätern mit auf den Weg: „Bedenken Sie, dass Ihr Kind mit dem Beruf, den es wählt, leben wird, nicht Sie. Respektieren Sie seine Entscheidung.“ Die Einschätzungen des Vaters bzw. der Mutter sind immer von der jeweils eigenen Wahrnehmung gefärbt und daher nie „objektiv“. Studien, die Angelika Puhlmann vom Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in ihrem 2005 erschienenen Bericht „Die Rolle der Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder“ anführt, belegen zum Beispiel, dass Eltern eher traditionell als männlich bzw. weiblich geltende Berufe für ihre Söhne und Töchter im Blick haben. Zudem scheinen sie bei Söhnen mehr darauf zu achten, dass ein Beruf Karriereperspektiven eröffnet. Bei den Mädchen spielt es vor allem eine Rolle, dass der Beruf sie finanziell unabhängig macht – was bei Männern vorausgesetzt wird. Eine weitere Studie zeigt, dass Väter Söhne intensiver zu beraten scheinen als Töchter. Diese Informationen sind für Eltern vor allem darum interessant, weil diese „Voreinstellungen“ zumeist kaum bewusst sind. Sie machen zudem deutlich, wie Väter sich der Rolle als „Berufsberater“ am besten nähern. „Sehen Sie sich als Coach ihrer Kinder, helfen Sie ihnen das Projekt 'Berufswahl' zu strukturieren und Schritt für Schritt anzugehen, stellen Sie sicher, dass Ihr Kind die Informationen erhält und die Erfahrungen machen kann, die es ihm ermöglichen, eine Berufswahlentscheidung zu treffen, mit der es sich wohl und sicher fühlt“, fasst Heike Stöcker zusammen. Konkrete Hinweise dazu erhalten Väter in dem oben genannten Eltern-Magazin.

(vaeter.nrw.de. 14.09.2011)

Bild: Banner Berufe-Universum, Agentur für Arbeit

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