Überlassen Sie das Feld nicht den Müttern - engagieren Sie sich als Vater in der Grundschulzeit Ihrer Kinder. Ihnen fällt schon etwas ein...
In den Grundschulen dominieren die weiblichen Lehrkräfte. Trifft man dort auf Männer, so handelt es sich meistens um Hausmeister und/oder Schulleiter. Schaut man sich an, wer die Mädchen und Jungen morgens zur Schule bringt, und wer sie später wieder abholt, dann stellt man fest, dass es vor allem die Mütter sind. Sie übernehmen diese Aufgabe ebenso wie die Betreuung bei der Erledigung der Hausaufgaben. Väter treten hier seltener in Erscheinung, sind auch seltener bei Elternabenden anzutreffen.
Bis zum Ende der Grundschulzeit spielen Väter - und Männer allgemein - in der Erziehung der Mädchen und Jungen eine Nebenrolle. Zu beobachten ist dabei, dass die "Feminisierung" des LehrerInnenberufs seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gerade in dieser Schulform enorm zugenommen hat und wohl auch noch zunehmen wird. Eine vergleichsweise schlechte Entlohnung, das "Zuviel" an Erziehungsarbeit neben den unterrichtlichen Aufgaben und das weiblich dominierte Arbeitsumfeld scheinen die meisten jungen Männer davon abzuhalten, den Beruf des Grundschullehrers zu ergreifen.
Für die Entwicklung der Mädchen und Jungen wäre es gut, wenn sich die Väter stärker im Feld der Grundschule engagieren würden. Dabei könnten Sie als Vater ihre vielfältigen Talente und Kompetenzen im Freizeitbereich einbringen: Es gibt immer wieder Väter, die eine Kletter-AG oder eine Fußball-AG anbieten - an einem Nachmittag der Woche oder als Wochenendprogramm. Vorstellbar wäre auch, dass Väter gemeinsam mit den Jungen eine Lese-Nacht planen und durchführen würden. Sollte an einer Grundschule eine Arbeitsgemeinschaft für Mädchen existieren, so könnten sich auch Väter zusammen tun und ein ähnliches Angebot für Jungen entwickeln.
Bundesweit gibt es einige Initiativen, mit den Vätern von Grundschulkindern gesonderte Elternabende durchzuführen. Diese Väterabende betonen immer wieder die Bedeutung der Väter für die Entwicklung ihre Kinder in den Mittelpunkt. Der Austausch der Väter untereinander ist wichtig, weil so auch das eigene Rollenverständnis, die aktive Vaterschaft und die persönlichen Lebensperspektiven ein Thema werden.