Tim Bardon, Andreas Knoch, Stefan Linke und Kai Stephans erhielten jetzt den "Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres" 2011. "Diese Väter sind intensive Mit-Gestalter der Erziehung ihrer Sprösslinge und Mit-Gestalter der Haushalts- und Familienwelt. Mütter wie Väter können im Doppelpack Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen", sagte Prof. Dr. Ulrike Detmers, Initiatorin der Auszeichnung, zur Preisverleihung in Berlin.
Der "Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres" würdigt dieses Jahr zum sechsten Mal aktive Väter, die Einfluss nehmen auf die psychosoziale Entwicklung der Kinder. Indem sie ganz selbstverständlich Aufgaben in der Familie übernehmen, halten sie ihrer Partnerin den Rücken frei, damit auch sie ihre berufliche Karriere verfolgen kann. Stifterin des Preises ist die Güterloher Vollkornbäckerei Mestemacher. "Zum 140-jährigen Firmengeburtstag werden nicht zwei Spitzenväter mit je 5.000 Euro Preisgeld geehrt, sondern vier moderne Männer erhalten insgesamt 20.000 Euro für ihre vorbildliche Leistung für die Kinder und die Familie," erklärte Prof. Dr. Ulrike Detmers, Initiatorin des Preises und Mitglied der Mestermacher-Geschäftsleitung. "Wenn Väter es als eine wichtige Aufgabe in ihrem Leben begreifen, Kinder, Küche und Karriere unter einen Hut zu bringen, dann können sie das genauso gut wie motivierte Frauen und Mütter. Die Zusammenarbeit der Eltern in der Familie ist eine gute Voraussetzung dafür, dass es allen Familienmitgliedern gut geht und keiner über Gebühr strapaziert wird. Kinder haben regelmäßig zwei Ansprechpartner, die ihnen zur Seite stehen."
Partnerschaftliche Lebensweise
Eine solche partnerschaftliche Lebensweise werde in Deutschland noch zu selten in die Praxis umgesetzt. Das führe unter anderem oftmals dazu, dass Frauen wie Männer befürchteten, durch die Geburt eines Kindes überfordert zu werden. Junge Männer packe nicht selten die Angst, die finanzielle Last eines Alleinversorgers nicht schultern zu können. Junge Frauen befürchteten nach der Geburt eines Kindes das Ende der eigenen Karriere, weil es in Deutschland nicht selbstverständlich sei, Beruf und Familie zu vereinen.
Die Preisträger, Tim Bardon, Andreas Knoch, Stefan Linke und Kai Stephans, sind davon überzeugt, dass es wichtig ist, von der Geburt ihrer Kinder an Einfluss zu nehmen auf die charakterliche und geistig-körperliche Entwicklung des Nachwuchses. Ebenso ist es für sie selbstverständlich, dass die Mutter ihrer Kinder ein Recht auf eine eigene berufliche Karriere, ein eigenes Einkommen und eine selbst erwirtschaftete Altersvorsorge hat. Aus dieser Überzeugung heraus handeln sie und schaffen damit bestmögliche Voraussetzungen für ein praktiziertes partnerschaftliches Ehe- und Familienmodell.
Tim Bardon, Köln
Tim Bardon und seine Frau Kirsa haben drei Kinder. Der Vater ist seit Mai 2010 und noch bis April 2011 in Elternzeit und übernimmt für die elf Monate alte Kim die komplette Betreuung. Auch die dreijährige Kaja verbrachte ihr erstes Lebensjahr in der Obhut des Vaters. Seit über zwei Jahren besucht Kaja wie ihre ältere Schwester Paulina die Kindertagesstätte Mauritiuswall in Köln. Tim Bardon leitet seit 2009 das Produktmarketing in einem Unternehmen für Out-of-Home-Medien und Stadtmöblierung. Tims Frau Kirsa arbeitete von 2000 bis 2010 als Controllerin in Köln und orientiert sich zurzeit beruflich neu.
Andreas Knoch, Frankfurt
Andreas Knoch ist Finanzredakteur und Vater von Pia Larissa und Samuel Leander, die 2008 und 2010 geboren wurden und inzwischen beide die Kita besuchen. Andreas Knochs Partnerin Sylvia Blank leitet das Ressort Kommunikationsprojekte in einer großen Frankfurter Verlagsgruppe. Das Paar hat sich immer untereinander abgestimmt bei der Betreuung des Nachwuchses und auch die Elternzeit hälftig geteilt. Andreas Knoch nimmt am Babyschwimmen und Turnen teil, besucht die Krabbelgruppe, nimmt Arzttermine wahr und ist Ansprechpartner für die Erzieherinnen. Er backt mit den Kindern, kocht und bastelt und führt sie an eigene kleine Aufgaben und nächste Entwicklungsschritte heran. Er kauft ein und kümmert sich um Haus und Hof, damit seine Partnerin den Rücken frei hat für ihre leitenden beruflichen Aufgaben.
Stefan Linke, Solingen
Stefan Linke ist für seinen Sohn Severin, der im Februar 2009 geboren wurde, bis Februar 2012 in Elternzeit. Für ihn nichts Besonderes, denn zwischen 1995 und 2001 nahm er zwei Mal jeweils zwei Jahre Erziehungsurlaub für die Tochter Marie und den Sohn Simon. Stefan Linke arbeitet seit 2002 als Ladehelfer am Flughafen Köln-Bonn. Elke Linke, seine Frau und Mutter der Kinder, ist Direktorin zweier Filialen einer deutschen Großbank in Solingen. Den Erziehungsurlaub für Marie und Simon hat sie sich teilweise mit ihrem Mann Stefan geteilt. Nach der Geburt von Severin war Elke Linke zwei Monate in Elternzeit. Stefan ermöglichte seiner Frau die schnelle Rückkehr an ihre Stelle als Direktorin.
Kai Stephans, Schwerin
Kai Stephans ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Bis Oktober 2010 arbeitete er als Anwendungsberater im Datenverarbeitungszentrum Schwerin in Erziehungsteilzeit. Die Kinder Giulia und Sophia wurden 2004 und 2009 geboren. Jetzt ist Kai Stephans im Pflegedienst seiner Frau tätig und studiert berufsbegleitend an der Hochschule Wismar. Juliane Pingel-Stephans, seine Frau, ist seit 2007 Geschäftsführerin der Schweriner Engel GmbH. Die examinierte Krankenschwester ist auch Inhaberin des Pflegedienstes "Schwester Marlies" und arbeitet zeitweise als Dozentin an einer Weiterbildungseinrichtung.
"Immer mehr Männer und Väter entscheiden sich gezielt, ihre Fähigkeiten auch für Kinder, Haus- und Kocharbeit zu nutzen. Sie haben sich von den Erwartungen an den typischen Mann verabschiedet und sind aufgebrochen zu neuen Ufern", betonte Ulrike Detmers. Die Preisträger sind gute Beispiele dafür.
Foto: Mestemacher / Agentur Baganz
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