Kinder: In der Pubertät

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Kinder: In der Pubertät

Mädchen und Jungen im Alter von ungefähr 10 bis 16 Jahren stehen unter dem Druck, sich im Freundeskreis gut präsentieren zu können und beweisen zu müssen - kennen Sie das als Vater auch von ihrem Sohn oder Ihrer Tochter? Oder gar noch aus Ihrer eigenen Jugendzeit?

Mädchen und Jungen im Alter von ungefähr zehn bis 16 Jahren stehen unter dem Druck, sich im Freundes- und Freundinnenkreis, in der "Peer-Group", immer wieder gut präsentieren zu können. Bei Jungen ist häufig zu beobachten, dass sie unter dem Gefühl leiden, besser als andere Jungen und Mädchen sein zu müssen. Fragen wie "Wer bin ich?" und "Wie will ich werden?" überlagern oft die Lerninteressen. Lehrer und Lehrerinnen sind - ähnlich wie die Eltern in dieser Lebensphase - häufig einfach nur störend und "blöd". Das sind eindeutige Zeichen, dass die Elternablösung allmählich beginnt und die Heranwachsenden nach einer eigenen Jugendkultur suchen. Folgt man Statistiken, so ist der Fernsehkonsum vergleichsweise hoch: an einem Schultag durchschnittlich drei bis vier Stunden! Jungen schauen dabei noch häufiger als die Mädchen Fernsehen. Die Neuen Medien (Internet, Spielkonsolen) bekommen einen festen Platz im Leben der zehn- bis 16-jährigen, aber auch andere Freizeitinteressen gewinnen an Kontur. Die meisten Jugendlichen testen in dieser Lebensphase ständig Grenzen aus - und überschreiten sie auch gelegentlich. Folge sind Disziplinarkonferenzen in den Schulen (neun von zehn dieser Konferenzen finden wegen Jungen statt). Es finden auch Diebstähle und kleinere kriminelle Delikte statt (wobei Mädchen kräftig "aufgeholt" haben), die erste Zigarette wird geraucht, erste Erfahrungen mit Alkohol werden gemacht. Mädchen und Jungen können in diesem Alter ganz schön anstrengend sein! Aus ihrer Sicht sind die Eltern oftmals nur peinlich (ein Phänomen, da seien Sie als Vater beruhigt, das sich in den folgenden Jahren meistens wieder "auswächst") und immer wieder behaupten die eigenen Kinder, dass die Eltern der Freunde viel mehr erlauben und auch großzügiger sind.

Was können Sie als Vater tun? Sie könnten sich einmal Zeit nehmen und über Ihre eigene Kindheit nachdenken. Ist wirklich alles neu, was sie jetzt erleben? Oder kommt Ihnen Einiges, was Ihre Kinder anstellen oder unterlassen, vielleicht doch bekannt vor? Teilen Sie Ihre Erinnerungen doch mal Ihren Kindern mit! Das schafft neue Nähe und macht sie glaubwürdiger. Dann sollten Sie das Gespräch mit anderen Vätern (Eltern) suchen - es wird nicht nur Ihre eigenen Sichtweisen und Erkenntnisse schärfen, sondern Ihnen auch den Kontakt zu Ihren Kindern erleichtern. Die Kinder erfahren auf diese Weise, dass sie eine wichtige Rolle in Ihrem Leben spielen, denn Sie interessieren sich für sie! Letztendlich sollten Sie spätestens dann, wenn die Schulen themenbezogene Elternabende anbietet, diese Angebote nutzen. Fragen Sie doch auch mal nach eigenen Väterabenden - oder organisieren Sie selbst einen. Der Austausch mit anderen Vätern wird dazu führen, dass Sie Ihren Erkenntnishorizont zur Spezies "Schulkind" erweitern und gemeinsam neue Umgangskompetenzen entwickeln werden.

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