Nach einer ersten Studie im Sommer 2005 hat die Firma Vorwerk 2006 eine weitere Studie veröffentlicht. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte im Auftrag von Vorwerk erneut 2080 repräsentativ ausgewählte Personen zu Aspekten der Familienarbeit in Deutschland. Einige Ergebnisse sind erstaunlich, andere ernüchternd, wieder andere lassen einen schmunzeln. Und mit dem von Vorwerk kreierten Begriff des "Familien-Managements" können sogar Väter etwas anfangen.
- "Familienarbeit wird in Deutschland nach wie vor kaum anerkannt. 84 Prozent der Frauen in Deutschland sagen, dass ihre Arbeit rund um Haushalt und Kinder von der Öffentlichkeit nicht genügend gewürdigt wird. Jedoch: Offenbar haben die Ehemänner und Partner verstanden, wie wichtig Anerkennung ist. 61 Prozent der Frauen gaben an, dass der Partner ihre Arbeit zu schätzen weiß. Das ist ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr."
- "Frauen fühlen sich gewürdigt, wenn der Partner sich aktiv an der Familienarbeit beteiligt. Mütter, die die Hausarbeit und Erziehung überwiegend selbst erledigen, beklagen zu 36 Prozent mangelnde Anerkennung ihrer Leistung durch den Partner. Teilen sich dagegen beide die Arbeit, fühlen nur 4 Prozent der Mütter ihre Leistungen nicht ausreichend gewürdigt. Die Mitwirkung des Partners ist also nicht nur eine Entlastung, sondern wird auch als Ausdruck der Wertschätzung erfahren."
- "Wie viel sollte eine Familien-Managerin verdienen? Wenn der Beruf der Familien-Managerin entlohnt würde, wären aus Sicht der Bevölkerung 1.580 Euro monatlich angemessen. Frauen mit kleinen Kindern empfinden das offensichtlich als zu gering. Ihre Vorstellung: 2.100 Euro monatlich. Männer gaben durchschnittlich an, ein Betrag von 1.866 Euro sei adäquat."
- Männer beim Schummeln erwischt? Die Familienstudie identifiziert Väter als "Schönmaler" und "Drückeberger" - allerdings erfasst sie nicht alle Kriterien, die unter Hausarbeit fallen können. Bezogen auf klassische Tätigkeiten wie Staubsaugen, Abwaschen, Badreinigen, Fensterputzen, aber auch Betreuung der Kinder, behauptet lt. Studie jeder dritte Mann: "Ich teile die Hausarbeit zur Hälfte mit meiner Partnerin". Anders dagegen die Wahrnehmung der Frauen, von denen 80 Prozent sagen: "Die Hausarbeit wird überwiegend von mir gemacht." Männer behaupten weiter: Wir sind für Hausarbeit nicht kompetent genug bzw. die Aufgaben sind zu schwierig. Auf die Frage "Warum macht ihre Partnerin zu Hause die meiste Arbeit?" antworteten 55 Prozent der Männer: "Weil sie es besser kann". Fragt man die Frauen, kommt raus, dass sich viele Herren offenbar drücken wollen, denn nur 13 Prozent der befragten Frauen halten ihren Mann dafür wirklich (völlig) ungeeignet. Jede dritte wäre froh, wenn er mehr mit anpacken würde. Immerhin 33 Prozent der Männer glauben, dass sich ihre Partnerin mehr Unterstützung wünscht. Dennoch schaffen sie selten Abhilfe. 41 Prozent der Männer geben sogar ehrlich zu, sich vor der Arbeit zu drücken.
- "Väter sind Vorbilder: Je stärker sie selbst anpacken, desto häufiger tun dies auch die Kinder. Während im Durchschnitt 64 Prozent der Eltern sagen, ihre Kinder würden ihre häuslichen Aufgaben "gut" oder "sehr gut" erfüllen, sind es in Familien, die sich die Hausarbeit partnerschaftlich teilen, 78 Prozent."
Weitere Infos zur Studie gibt es auf der Vorwerk-Homepage. Dort kann auch die gesamte Studie als pdf-Dokument (72 Seiten) heruntergeladen werden.