Umfrage: Vorwerk Familienstudie 2011

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Umfrage: Vorwerk Familienstudie 2011

Vorwerk-Studie_Titel_100Über 1.500 Männer und Frauen befragte das Institut Allensbach im Auftrag des Unternehmens Vorwerk über Arbeitsteilung und Rahmenbedingungen in Familie und Beruf. Vaeter.nrw.de fasst die Informationen zusammen, die sich auf Väter beziehen.

Väter spielen eine wichtige Rolle für das Aufwachsen von Kindern. Dieser Aussage stimmt die große Mehrheit der Deutschen zu. Das ergab die neue Vorwerk Familienstudie 2011. 96 Prozent der insgesamt 1.757 Befragten sagen, Väter seien für ihr Söhne „sehr wichtig“ oder „wichtig“, 93 Prozent nehmen das auch für die Töchter an. Interessanterweise messen Mütter der Rolle der Väter größere Bedeutung zu, als diese selbst. Väter sagen zu 52 bzw. 50 Prozent sie seien für ihre Töchter bzw. Söhne als Erzieher „sehr wichtig“. Die Mütter dagegen vergeben zu 74 Prozent (für Töchter) und 81 Prozent (für Söhne) den Vätern das „Prädikat“ „sehr wichtig“.

Betreuung und Erziehung: Väter beteiligen sich

Fast zwei Drittel der Bevölkerung (65 Prozent) haben den Eindruck, dass sich Väter mehr als noch vor fünf oder zehn Jahren an der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder beteiligen. Fast ebenso viele begrüßen diese Entwicklung. Bei Müttern und Vätern in Paarhaushalten und mit Kindern unter 18 fällt die Einschätzung mit 75 Prozent Zustimmung zu der Aussage „Väter beteiligen sich heute mehr“ noch deutlich positiver aus.

Bei der Betrachtung von Haus- und Familienarbeit insgesamt zeigt sich jedoch, dass es nach wie vor die Frauen sind, die die Hauptlast schultern. Der Prozentsatz der in einer Partnerschaft lebenden Väter mit Kindern unter 16 Jahren, die sich die Familienarbeit mit der Partnerin hälftig aufteilen, hat sich im Vergleich zu 2008 sogar von 25 auf 17 Prozent verringert. Die Zahl derjenigen, die „den kleineren Teil“ beitragen ist um sechs Prozentpunkte auf 67 Prozent gestiegen. Der Anteil der Väter, die den Hauptteil der Familienarbeit bewältigen, ist von vier auf sieben Prozent geklettert.

Mehr Väterfreundlichkeit von Arbeitgebern gefordert

Fast die Hälfte der Väter (46 Prozent) fordert, ihr Arbeitgeber müsse mehr für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun. Bei den Müttern sind das deutlich weniger: nämlich 31 Prozent. Die Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um die Situation für Eltern zu verbessern, kommen bislang vor allem bei den Müttern an. So legen es die Ergebnisse der Befragung nahe. Väter geben nämlich deutlich seltener an, dass ihr Arbeitgeber sie bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt.

Doch würden Väter ihnen angebotene Möglichkeiten auch nutzen? Die Studien-Autorinnen und -Autoren haben Zweifel. So machten Väter deutlich seltener von dem gesetzlich verbrieften Recht Gebrauch, sich bei einer Erkrankung ihres Kindes bis zu zehn Tage im Jahr von der Arbeit freistellen zu lassen. 33 Prozent der Väter, aber 54 Prozent der Mütter sind schon mal wegen einer Erkrankung des Kinder bzw. der Kinder nicht arbeiten gegangen. Negative Reaktionen aus dem Umfeld seien wohl eher selten Grund für die Zurückhaltung der Väter. Die Mehrzahl der Väter und Mütter machten die Erfahrung, dass ein Fehlen, wenn Kind oder Kinder krank sind, im Team aber auch von den meisten Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern akzeptiert wird. Die Zahl der Väter, die dagegen den Eindruck hat, dass das nicht gern gesehen würde, ist allerdings mit 19 Prozent mehr als doppelt so groß, wie die der Mütter (8 Prozent). Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass gleiches Verhalten bei Müttern und Vätern in vielen Betrieben unterschiedlich gewertet wird.

Bin ich ein „moderner“ Mann?

Die Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden auch danach gefragt, ob sie sich als “moderner Mann” bzw. “moderne Frau” bezeichnen würden. Auffällig war, dass sich deutlich mehr Frauen (58 Prozent) als Männer (47 Prozent) als “modern” einstuften. Der Prozentsatz der “modernen” Männer sank im Vergleich zu vorangegangenen Untersuchungen: 2007 lag er bei 58 Prozent, 2010 bei 51 Prozent. Mit einem modernen Mann verbinden viele der befragten Männer und Frauen eine partnerschaftliche Beteiligung an der Hausarbeit und Kindererziehung sowie Familienorientierung. Bei Frauen dagegen gelten Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung, Berufstätigkeit, Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen als „modern“. „Zugespitzt könnte man sagen, dass als 'modern' jeweils die Attribute angesehen werden, die das jeweilige Geschlecht nach Meinung vieler – nicht aller – in unserer Gesellschaft stärker entwickeln sollte: Stärkung der Unabhängigkeit und des Selbstbewusstseins von Frauen durch Bildung und eigene Berufstätigkeit bzw. bei Männern Stärkung der partnerschaftlichen Aufgabenteilung und Familienorientierung“, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie.

Auf der Vorwerk-Homepage ist die komplette Studie zum Download erhältlich oder kann bestellt werden.

(vaeter.nrw.de, 20.10.2011)

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