Die ersten drei Jahre "gehören" allein der Mutter!? Falsch! Kinder brauchen ebenso Väter für ihre optimale Entwicklung.
Lange schien die Vater-Kind-Beziehung sowohl in der Forschung als auch in den Köpfen der Bevölkerung erst mit dem Schulalter, frühestens jedoch mit dem Kindergartenalter zu beginnen. Die ersten drei Lebensjahre "gehörten" der Mutter und der Vater schien dazu geboren zu sein, als Satellit die Peripherie dieser innigen Mutter-Kind-Beziehung zu sichern und sein Kind später aus ihr zu "befreien".
Kinder brauchen Väter für ihre optimale Entwicklung
Zum Glück ist die Forschung heute weiter! Väter sind grundsätzlich in demselben Maß wie Mütter dazu in der Lage, eine intensive Bindung zu ihrem Kind aufzubauen! Dies ist einer der größten Verdienste der seit den 70er Jahren gewachsenen Väterforschung. Wissenschaftliche Ergebnisse belegen, dass Männer dieselben biologischen Voraussetzungen für eine liebevolle und kompetente Eltern-Kind-Interaktion haben wie Mütter:
Kinder brauchen Väter für ihre Selbständigkeit, ihr Selbstvertrauen und ihre Zufriedenheit.
Dabei sind Väter nicht besser oder schlechter als Mütter. Aber: Kinder, die mit einem aktiven Vater aufwachsen, der engagiert Anteil an ihrem Leben nimmt, sind im Laufe ihres Lebens glücklicher als die, die nicht in diesen Genuss gekommen sind.
Väter als aktive Begleiter ihrer Kinder - von Anfang an!
Es gibt Gründe genug, von Anfang an aktiv im Erziehungsalltag "mitzumischen", auch wenn es Ihnen Ihre Umwelt nicht immer richtig leicht machen wird. Und es sind nicht nur ältere Damen, die immer noch meinen, das Kind gehöre zur Mutter, während Väter in den ersten drei Jahren eher eine schlechte "Aushilfe" seien - auch mancher Familienrichter ist dieser Ansicht.
Je früher sich Ihr Kind daran gewöhnt, auch von Ihnen getröstet, gefüttert, gewickelt und bevatert zu werden, desto intensiver wird Ihre gemeinsame Beziehung. Die personelle Besetzung von Kindergärten und Grundschulen ist nach wie vor fast ausschließlich weiblich. Setzen Sie hier selbst möglichst früh Gegenakzente, damit Ihre Kinder sich auch an männlichen Vorbildern orientieren und so ihre eigene Identität vielfältiger entwickeln können.
Seine Sie also von Anfang an dabei, wenn Ihr Kind die Welt entdeckt, es anfängt zu robben, zu krabbeln, zu brabbeln, zu laufen, zu sprechen, wenn es seine ersten Kunstwerke malt und Erfahrungen mit anderen Kindern macht.
Allein unter Frauen?
Immer mehr Väter versuchen, sich möglichst viel Zeit für ihre Kinder "frei zu schaufeln" und die "Väterdichte" auf Spielplätzen nimmt langsam aber sich zu. Wenn Sie sich in der klassischen Frauendomäne "Kinder unter drei" dennoch mehr männliche Verstärkung wünschen, gehen Sie auf die Suche nach anderen aktiven Vätern! Gerade in größeren Städten gibt es mittlerweile sogar eigene Väterzentren. Aber auch Familienbildungsstätten, Mütterzentren, Bürgerzentren, Kirchengemeinden und Volkshochschulen bieten Treffs für Väter (und Kinder) und geleitete Vater-Kind-Gruppen an. Es ist oft sehr hilfreich zu hören, wie es anderen Vätern ergeht, zu erleben, wie sie mit ihren Kindern umgehen, wie sie diese oder jene Schwierigkeit überstanden haben. Stöbern Sie doch einmal unter "Beratung" in unserer Datenbank mit Väterangeboten in NRW.