Viele Männer entdecken ihr Schwulsein erst spät - wenn sie schon Ehemann oder Familienvater sind. In dieser Situation zu sich selbst zu stehen, kann zunächst viele Konflikte und Probleme mit sich bringen.
Dem Wunsch, die Homosexualität zu leben, steht die Angst gegenüber, vertraute Lebens- und Familienzusammenhänge zu verlieren.
Wie kommt es zu dieser Veränderung? In der heterosexuellen Beziehung entwickelte sich der Wunsch, eine Partnerschaft zu einer Frau einzugehen und Kinder mit ihr zu haben. Die meisten Männer sind sich zu dieser Zeit ihrer Homosexualität nicht bewusst. Zwar hatten einige Väter früher schon schwule Kontakte - doch entweder wurden diese verdrängt oder als pubertäre Neugier abgetan (der international hochgelobte Film "Brokeback Mountain" etwa befasst sich mit dieser Problematik). Nach teilweise langjähriger heterosexueller Partnerschaft tauchen jedoch schwule Wünsche auf, die immer stärker werden und sich nicht mehr zurückdrängen lassen. Die Ahnung, schwul oder bisexuell zu sein, führt zu einer starken Verunsicherung und die eigene Identität und Vergangenheit werden grundlegend in Frage gestellt. Betroffene Väter haben teilweise selbst Vorurteile gegenüber Homosexualität und wenig Kenntnisse über schwules Leben.
In dieser Situation fehlt es oft an geeigneten Gesprächspartnern, mit der die Väter ihre Situation besprechen können. Folgende Ängste können mit dieser Veränderung im Leben der Väter und den Wünschen einhergehen:
Viele Väter haben zudem Schuldgefühle gegenüber der Familie. Die Ehe wird durch das Schwulsein belastet und in Frage gestellt, eine Trennung führt eventuell zu einer finanziellen Notlage aller Beteiligten, für die sich der Vater verantwortlich fühlt.
Während dieser gravierenden Veränderungen in ihrem Leben sollten sich Väter unbedingt Unterstützung von einem Therapeuten, einer Beratungseinrichtung oder von einer Selbsthilfegruppe suchen.
Selbsthilfegruppen schwuler Väter und Ehemänner gibt es inzwischen in vielen Städten. Exemplarisch verweisen wir mit folgenden Links auf Selbsthilfegruppen in Köln und Dortmund sowie auf ein bundesweites Portal: