Vaterrolle: Zeit nehmen für die Kinder

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Vaterrolle: Zeit nehmen für die Kinder

"Zeit ist nicht alles, aber ohne Zeit fürs Kind ist alles nichts!" (Richter & Schäfer 2005: Das Papa-Handbuch, S. 120). Wenn Väter mit ihren Kindern im Haushalt leben, gibt es viele Berührungspunkte: das Frühstück, gemeinsame Zeit am Abend und am Wochenende.

Aber, wenn Väter beruflich stark eingebunden sind, wird es selbst morgens und abends oft eng, ganz zu schweigen von den vielen Situationen tagsüber, in denen Väter und Kinder sich selten erleben, z.B. Schulalltag, Nachmittagsfreizeit und evt. auch Frühstück oder Abendzeit.

Über das Zusammenleben im gemeinsamen Haushalt entwickeln sich Muster, wie Väter mit ihren Kindern und Kinder mit ihren Vätern umgehen, bzw. wie sich die Beziehung zwischen beiden gestaltet. Häufig entfremden sich Väter und Kinder, obwohl sie unter einem Dach leben, aufgrund der wenigen gemeinsamen Zeit in der Woche. Umso schwerer ist es dann am Wochenende wieder eine vertrauensvolle Umgangsweise innerhalb kurzer Zeit aufzubauen. Gelingt es Vätern nicht, dieses Vertrauensverhältnis zu ihren Kindern zu bewahren und es aktiv zu gestalten, besteht die Gefahr, sich mehr und mehr auseinander zu leben. Um ihr Vertrauensverhältnis zu ihren Kindern aufzubauen, zu bewahren oder vielleicht auch zu "kitten", brauchen Väter gerade in der Alltäglichkeit des Zusammenlebens Aufmerksamkeit und Zeit. Hilfreich sind dabei vor allem flexible(re) Arbeitszeiten und eine ebenfalls berufstätige Partnerin, die es auch für sich als Gewinn sieht, nicht die alleinige intensive Bezugsperson ihrer Kinder zu sein. Auf der anderen Seite braucht es den Wunsch der Väter, ihre alltägliche Zeit mit Kindern auszudehnen und den Mut diesen Wunsch zu äußern, sich selbst, der Partnerin / Mutter der Kinder und dem Arbeitgeber und KollegInnen gegenüber. In den meisten Fällen geht mehr als man(n) denkt und oft hilft es, sich erst einmal mit Kollegen zu beraten, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind. Unternehmen Sie etwas mit Ihren "Väter-Kollegen" und deren Kindern - und: vielleicht laden Sie auch Ihren Chef und Vorgesetzten ein, der selbst zuwenig Zeit für seine Kinder hat. Weitere Tipps finden Sie auch unter "Beruf".

Viele Erfahrungen zeigen, dass Väter sich ihren Erziehungsaufgaben auch im Alltag stellen, sehr vertrauensvolle Beziehungen mit ihren Kindern entwickeln, die auch über "schwierige" Phasen (z.B. Pubertät) Bestand haben und somit für beide - Kinder wie Väter - eine Bereicherung sind.

Wenn Sie mögen, schildern Sie uns Ihre Erfahrungen aus Ihrem Vater-Alltag.

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