Hier finden Sie viele praktische Tipps noch einmal übersichtlich zusammengefasst.
Schwangerschaft
- Informieren Sie sich darüber, was es während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in der ersten Zeit mit Kind zu bedenken und zu beachten gibt. Überlassen Sie das nicht allein Ihrer Partnerin und lesen Sie z.B. ein Buch für werdende Väter.
- Begleiten Sie Ihre Partnerin zu Vorsorgeuntersuchungen.
- Entscheiden Sie gemeinsam, wo Ihr Kind zur Welt kommen soll.
- Versuchen Sie, bei einer Geburt in einer Klinik ein "Familienzimmer" zu buchen.
- Gehen Sie gemeinsam zu einem Geburtsvorbereitungskurs für Paare! Ideal sind Kurse, die auch auf werdende Väter eingehen, am besten mit einem männlichen Co-Leiter.
- Richten Sie sich zuhause auf Ihr Kind ein - dabei muss es nicht gleich ein neues Kinderzimmer sein.
Geburt
- Bereiten auch Sie sich gut vor: In Geburtsvorbereitungskursen und Büchern (z.B. "Das Papa-Handbuch" von Richter & Schäfer 2005) erfahren Sie, wie Sie Ihre Partnerin gut unterstützen können.
- Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin über Ihre gegenseitigen Erwartungen und Wünsche für die Geburt.
- Stellen Sie sich darauf ein, nicht alles Abgesprochene auch umsetzen zu können.
- Versuchen Sie, flexibel Urlaub zu bekommen.
- Fahren Sie den Weg zum Geburtsort vorher schon einmal ab oder nehmen Sie besser ein Taxi.
- Packen Sie auch für sich selbst einen kleinen Snack in die Kliniktasche.
- Schreie und andere Schmerzensäußerungen in der Geburtssituation sind normal und kein Ausdruck von Schwäche - sondern der ungeheuren Kraft, die Ihre Partnerin gerade mobilisiert.
- Ermutigen Sie Ihre Partnerin, "feuern" Sie sie an, fragen Sie sie nach Ihren Bedürfnissen oder bieten Sie ihr z.B. eine Massage an.
- Fühlen Sie sich nicht verletzt, wenn Ihre Partnerin Ihre Hilfen unter der Geburt zurückweist. In dieser Ausnahmesituation kann Sie heftiger reagieren als sonst.
- Nutzen Sie die wichtige erste Zeit direkt nach der Geburt, um Kontakt zu Ihrem Kind und Ihrer Partnerin aufzubauen.
Vom Paar zum Trio
- Nehmen Sie sich nach der Geburt möglichst viel Zeit.
- Vermeiden Sie Stress im Wochenbett.
- Bitten Sie Verwandte und Freunde um Unterstützung für die ersten Tage nach der Geburt zuhause, damit Sie, Ihre Partnerin und das Kind ausreichend Zeit haben, sich kennen zu lernen.
- Überlegen Sie mit Ihrer Partnerin, wer sie wann und wie lange besuchen darf.
- Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin Ihre Aufgaben- und Zeitverteilung ab - möglichst schon vor der Geburt.
- Übernehmen Sie aktiv feste Aufgaben für Ihr Kind - so lernen Sie es besser kennen.
- Verlieren Sie bei allem Elternglück und Elternstress Ihre Partnerschaft nicht aus dem Blick.
- Gegenseitige Wertschätzung, Lob und Anerkennung oder auch mal eine kleine Aufmerksamkeit helfen, auch stressige Zeiten gut zu überstehen.
- Seien Sie offen und erfinderisch, was Ihre gemeinsame Sexualität nach der Geburt angeht. Oft kann es nach einer Geburt sehr lange dauern, bis frisch gebackene Mütter und Väter sich in ihrem "Lust-Level" wieder einander annähern. "Ergebnisoffene" Einladungen helfen hier viel mehr als Vorwürfe und Rückzug.
(Selbst-)Wahrnehmungen
- Achten Sie bei aller Sorge und Fürsorge um Mutter und Kind auch auf sich selbst: Wie geht es Ihnen mit Ihren neuen Rollen und Aufgaben?
- Schaffen Sie sich exklusiven Raum und Zeit für Ihr Kind. Finden Sie Ihren eigenen Weg im Umgang mit Ihrem Kind. Seien Sie Vater, nicht die "bessere Mutter".
- Nehmen Sie Ihre eigenen Gefühle wahr und ernst: Neid, Eifersucht, "sich zurückgesetzt fühle" sind Gefühle, die viele Väter bekommen. Drücken Sie sie nicht weg. Reden Sie mit Freunden und / oder Ihrer Partnerin darüber. Nicht wahrgenommene oder unterdrückte Gefühle sind eine häufige Ursache von Streit, Aggression, Gewalt oder auch Rückzug in eine Beziehung / Familie.
- Suchen Sie sich gegebenenfalls auch professionelle Hilfe - das ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche! Oft tut ein anderer Blickwinkel durch Hilfe von außen sehr gut. Sie geben sich damit keine Blöße, sondern zeigen ein hohes Maß an Verantwortung!