Erlebnisse: Shoppen, Schwerter basteln und Bilderbuchkino

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Erlebnisse: Shoppen, Schwerter basteln und Bilderbuchkino

Auch der Einkauf mit der anspruchsvollen Tochter kann ein besonderes Erlebnis sein...

Shopping mit Antonia (12)

Letztens kam Antonia von der Probe ihres Bigband-Orchesters nach Hause. Ein großer Auftritt stand kurz bevor und war verbunden mit ihrer Aufforderung an uns: "Ich brauche schwarze Klamotten". Da das ganze Orchester so ausstaffiert auftreten sollte, waren wir verhältnismäßig schnell von der Notwendigkeit überzeugt. Der kurz aufflackernde Einwand - ob es nicht auch mit einem dunkelblauen T-Shirt oder dem schwarzen Hemd vom Bruder ginge? - wurde mit einem verständnislosen Blick abgeschmettert.

Antonia und ich zogen also um 18 Uhr los in die Innenstadt. Rein ins erste Kaufhaus und schon trat auch die erste Schwierigkeit auf: Mir wurde klar, dass es keine schlichte schwarze Bekleidung für Mädchen in diesem Alter gibt. Überall waren Muster drauf, oder es waren Pailletten dran, oder die Nähte waren bunt abgesetzt, oder, oder, oder ... Als wir nach vielen Versuchen dann doch etwas gefunden hatten, war das Ganze mit schrill glänzenden Nieten verziert. Also ins nächste Geschäft.

Auch hier war es nicht besser. Ich weiß nicht, wie Antonia das ohne mich hinbekommen hätte. Meine Aufgabe bestand darin, Sachen zu holen, wieder weg zu bringen, neu zum Kleiderständer zu gehen: eine Nummer größer, eine Nummer kleiner, "Wie steht mir das?" und so weiter.

Nach einiger Zeit und vielen Kaufhäusern später waren wir dann doch soweit, dass ich mich auf den Cappuccino freute, mit dem wir den "Einkaufsbummel" ausklingen lassen wollten. Antonias Einwand: "Jetzt fehlen nur noch die Schuhe" holte mich abrupt in die Wirklichkeit zurück. Nun war meine Widerstandskraft bezüglich des finanziellen Rahmens dieses Einkaufs endgültig gebrochen. Also gingen wir in die Schuhabteilung des Kaufhauses, in dem wir uns gerade aufhielten, mit der klaren Vorgabe: Hier gehen wir nur mit einem Paar schwarzer Schuhe wieder raus, koste es, was es wolle!

So kam es dann auch. Mit einem Paar sehr schöner, eleganter Schuhe von einem Hersteller, den ich normalerweise nicht in meine engere Wahl nehmen würde, verließen wir den Laden.

Nach dem wir diese Herausforderung bestanden hatten, gingen wir noch auf einen Kaffee mit viel Milch (von schwarz hatte ich genug) und einen Kakao (in einem fröhlichen braun) in ein Bistro mit Sicht auf die sich langsam leerende City und blickten, erschöpft aber glücklich, auf das Treiben unter uns.

Dieses Erlebnis hat uns einander näher gebracht und bei mir die Erkenntnis bestärkt, dass es vor allem das gemeinsame Erleben im Alltag ist, was dabei hilft, sich gegenseitig zu verstehen und zu respektieren.

Wenn der Vater vom Holzschnitzen träumt und das Kind von "Star Wars"

Der Vater kauft sich japanische Zugsägen und schwedische Schnitzmesser in der Hoffnung, mehr Zeit zum Handwerkern zu bekommen. Und das Kind möchte gerne ein Yedi-Ritter sein und sitzt viel zu oft vor dem Computer, um "Lego Star Wars" zu spielen. Wie kommt man da zusammen?

Ganz einfach: "Papa, wir bauen ein Laserschwert!" Das braucht nicht viel: einen möglichst geraden Stock und etwas Farbe. Es wird also mit dem Fahrrad in den Wald gefahren und nach geraden Stöcken gesucht.

Haselnuss-Sträucher eignen sich am besten. Die dicht gedrängten Stämme wachsen ziemlich gerade. Auch ist der Umweltschaden nicht so groß, wenn man ein paar dünne Äste abschneidet, da sowieso nicht alle Triebe bestehen bleiben. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die zunächst sehr wasserhaltigen Stäbe nach dem Trocknen sehr leicht sind. Als Alternative bieten sich junge Ahornstämme an, die ebenfalls recht gerade wachsen.

Nachdem der Vater die Stöcke mit der Japan-Säge abgeschnitten hat, schält das Kind mit seinem Taschenmesser (zur Sicherheit mit feststehender Klinge und abgerundeter Spitze) die Rinde ab. Die Übergänge zum Griff werden stehen gelassen, hier kann der Vater etwas nachhelfen und den Griff verzieren. Das Abschälen geht sehr leicht, man muss nur etwas aufpassen, dass das Messer nicht auf dem glatten Holz abrutscht. Wer ganz vorsichtig sein will, lässt das Kind einen Lederhandschuh über die Hand ziehen, die den Stock festhält.

Als nächstes sollten die Stäbe glatt geschmirgelt werden, auch hierbei hilft das Kind kräftig mit. (Schleifpapier mindestens mit Stärke 80, je nach dem wie viele Schnitzkerben man zu korrigieren hat.)

Vor dem Pinseln zieht sich das Kind ein altes Hemd vom Vater an, damit müssten sich die schlimmsten Farbflecke verhindern lassen. Das Bemalen erfolgt dann im Duett. Das Kind darf mit "gefährlicher" Farbe arbeiten und die abgeschälten Flächen bepinseln, während der Vater den Stock festhält bzw. diesen vorsichtig dreht. (Gut: Acrylfarbe auf Wasserbasis, das ergibt einen kräftigen, glänzenden Farbauftrag, der nicht zu stark mit Gerüchen und Giften belastet ist.) – Und welche Schwerter gibt es, welche Farbkombinationen sind laut Aussage des Kindes zugelassen? Die Griffe sind metallic- silbern, die Klingen blau, grün, rot und violett. Genauere Auskünfte gibt es im Internet bei Wikipedia unter dem Stichwort "Lichtschwert". (http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtschwert).

Am nächsten Tag ist der Stock bereits trocken und die ersten Kämpfe können beginnen. Dabei muss man natürlich schauen, ob das Kind mit den Laserschwertern vorsichtig umgehen kann.

"Was möchtest du bei deiner Geburtstagsfeier machen?" - "Auf jeden Fall... Bilderbuchkino!"

Das höre ich jedes Jahr, seitdem ich zum 3. Geburtstag meiner Tochter das erste Mal ein auf Dias reproduziertes Bilderbuch mit einem Projektor an die Wand geworfen und der Geburtstagsrunde vorgelesen habe. Dabei fasziniert es mich, dass die Kinder selbst von längst bekannten Bildergeschichten begeistert sind, nur weil sie sie jetzt um ein Vielfaches vergrößert in einem verdunkelten Raum sehen können. Von Bedeutung ist sicherlich auch das Gruppenerlebnis. Jedes Kind kann die Bilder mit all ihren Details gleich gut betrachten und auf sich wirken lassen. Frage ich beim Vorlesen nach Einzelheiten zum Bild oder zur Geschichte, entwickelt sich die Diaschau meistens sehr lebhaft: Es gibt spontane Einwürfe, Zeigen auf der Leinwand, und selbst nach dem Ende der Geschichte darf der Diaprojektor nicht ausgeschaltet werden, weil die Kinder im Licht des Projektors Schatten werfen wollen. Dient das Bilderbuchkino als Gute-Nacht-Geschichte, beschränke ich mich aufs Vorlesen, und die Diaschau verläuft sehr viel ruhiger.

Bilderbuchkinos können in vielen Büchereien und Bildstellen entliehen werden. Für den Hausgebrauch kann man Bilderbücherfilme auch selbst herstellen – am Besten an einem leicht bewölkten Tag im Freien, um Spiegelungen zu vermeiden: Das Bilderbuch auf den Boden legen und in der Draufsicht die einzelnen Seiten oder Ausschnitte abfotografieren. Wenn der Text mit fotografiert wird, kann beim Bilderbuchkino die Geschichte direkt von der Leinwand abgelesen werden, sonst aus dem Bilderbuch. Manche Verlage machen allerdings das Abfotografieren aus urheberrechtlichen Gründen von einer vorherigen Genehmigung abhängig.

Zur Hardware: Diafilme wird es noch lange im Handel geben. Der genutzte Fotoapparat muss keine High-Tech-Variante sein - und einen Diaprojektor findet man für ein paar Euro auf dem Flohmarkt, bei Ebay oder auf dem Dachboden von Tante oder Onkel.

Quelle: Broschüre "Los, Papa!" - Herausgeber: Referat für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover

Literatur für noch mehr Spiel-Ideen

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