Spiel-Ideen: Für draußen

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Spiel-Ideen: Für draußen

Das bringt den letzten Stubenhocker an die frische Luft.

Übernachtung im Freien

Es gibt wirklich viele Sachen, die man mit dem eigenen Kind in der Freizeit unternehmen kann. Im Grunde genommen findet man auch ohne besondere Vorbereitungen immer irgendetwas, wozu der kleine Mensch gerade Lust hat. Ich möchte hier eine ganz einfache Sache ansprechen, die aber meiner Meinung nach der Vater-Kind-Beziehung etwas Besonderes geben kann. Dabei kann ich mein Kind in einem eher ruhigen und passiven Zustand wahrnehmen, was in unserem hektischen Tagesablauf nicht häufig vorkommt. Ich rede vom gemeinsamen Übernachten draußen im Zelt oder unter freiem Himmel. In unserer Familie hat es damit begonnen, dass ich meinen vierjährigen Sohn einige Male zum Nachtangeln mitgenommen habe. Damals war das Zeltübernachten für uns mehr oder weniger eine Notwendigkeit, weil man nachts am Ufer verweilen musste, um Fische zu fangen. In der Folgezeit haben wir im Sommer gelegentlich bei Oma im Garten gezeltet. Nach diesen Aktionen stellten wir übereinstimmend fest, dass es uns beiden sehr viel Spaß macht, so dass das Zeltübernachten mittlerweise zu einer unserer Lieblingsbeschäftigungen gehört. Ich meine nicht das tagelange Zelten oder Campen, sondern die eigentliche Übernachtung. Wir schlafen gerne draußen und nicht nur während der nächtlichen Angelausflüge, sondern auch einfach auf unserem kleinen Reihenhausgrundstück oder wo es sich sonst gerade anbietet.

Zur Vorbereitung gehört wirklich nicht viel

Kurz vor dem Sonnenuntergang ist das Zelt schnell aufgeschlagen, die Klappmatratzen, das Bettzeug und die Taschenlampen sind geholt. Vor dem Einschlafen lesen wir noch ein bisschen oder reden einfach über Gott und die Welt. Im Dunkeln reden wir leiser, so dass die ganze Aufmerksamkeit geschärft ist. Alles, was man in dieser Situation erzählt, ist irgendwie interessant und geheimnisvoll. Da wir schon genug Erfahrung gesammelt haben, sind wir in der Lage, jederzeit bei einer Außentemperatur über zehn Grad draußen zu übernachten. Ein sehr wirksames Mittel gegen die Kälte ist eine gewöhnliche Wollmütze. Gegen unvermeidbare Stadtgeräusche und Vogelgesang helfen mir die Ohrstöpsel. Mein Sohn schläft, wie es bei den Kindern so üblich ist, tief und fest bis zum Morgen.

Warum macht Vater so was, und wozu ist das Ganze gut? Außer einem frischen und mit Sauerstoff aufgepumpten Kopf am frühen Morgen gibt es sicherlich viele pädagogische und sonstige Gründe, die dafür sprechen würden. Ein geschulter Psychologe oder Kindererzieher würde den Sinn und Zweck des Ganzen wahrscheinlich tiefsinniger analysieren. Ich als Vater erlebe mein Kind intensiver als bei einem gemeinsamen Fußballspiel auf dem Bolzplatz. Ich habe das Gefühl, dass ich deutlich mehr Zeit mit ihm verbringe und in dieser Zeit mit ihm ungestört über Themen reden kann, über welche wir uns zu Hause vielleicht nicht unterhalten hätten.

Außerdem glaube ich, dass meine väterliche körperliche Nähe auch für ein Schulkind wichtig ist. Das gibt ihm das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Ich fühle mich als Beschützer meines Kindes, was mich in meiner Vaterrolle in diesem Moment einfach stolz und glücklich macht. Auf die Frage, warum ihm die Übernachtung im Freien mit mir gefällt, hat mein Kind eine simple und sehr präzise Antwort: "Weil es soooo gemütlich ist!"

Konstantin Kalteis

Bestes Alter: Bis 2 Jahre

Wochenmarkt

Auch wenn die Kleinen noch im Kinderwagen liegen, kann der Markttag zu einem neuen kleinen Lebensrhythmus beitragen. Als Vater wahrgenommen zu werden, gehört genauso dazu, wie das anfängliche Pläuschchen mit VerkäuferInnen (wofür das Kind auf jeden Fall Auslöser sein wird) und mit der Zeit die regelmäßigen Möhren und Wurstscheiben, auf die das Kind sich schon freut.

Auf dem Spielplatz - allein unter Frauen

"Als ich ab letztem Jahr im Oktober die Nachmittage mit beiden Kindern übernommen habe, machte ich die Erfahrung, dass ich als "verantwortlicher" Vater auf dem Spielplatz von den meist anwesenden Müttern doch erst einmal genauer in Augenschein genommen wurde... Inzwischen bin ich dort aber akzeptiert."

Christoph Gad

Spielplätze sind das A und O der Kleinkindfreizeit und bleiben es manchmal auch darüber hinaus. Ob das Kind schläft, gefüttert wird, durch den Sand krabbelt oder erste Kletterversuche macht - hier kann es die Welt entdecken, Gemeinsamkeit und Streit mit anderen Kindern erleben, und hier können sich Mütter und hoffentlich Väter austauschen. Oft gibt es im zu Fuß erreichbaren Wohnumfeld mehrere Spielplätze - machen Sie sich doch einmal auf und schauen, wo Sie den einen oder anderen Vater finden, mit dem Sie wahrscheinlich schnell ins Gespräch kommen können.

Bestes Alter: 3 bis 8 Jahre

Es gibt kein schlechtes Wetter

...sondern nur die falsche Bekleidung. Obwohl das im Sommerregen ja auch egal ist. Welcher Vater erinnert sich nicht daran, wie viel Spaß es macht, mit voller Kraft in eine Pfütze zu springen? Am tollsten ist es, wenn noch jemand eine ordentliche Dusche abkriegt? - Wasser ist ein faszinierendes Element, das viele Möglichkeiten bietet:

 

Gehen Sie mit Ihrem Kind im Regen spazieren, lassen Sie das Wasser spritzen, beobachten Sie zusammen, mit welcher Eile andere Menschen dem Regen zu entkommen versuchen. Was scheint anders als bei Sonnenschein zu sein? Seien sie ausgelassen - und versorgen Sie hinterher gemeinsam die nasse Wäsche.

Auf der grünen Wiese...

Gehen Sie mit Ihrem Kind einfach mal vor die Tür und steuern Sie die nächstgelegene Wiese an - sehr weit wird es bis dahin nicht sein. Gerade im Frühjahr und Sommer gibt es dort allerhand Kreuchendes, Fleuchendes und Gedeihendes zu entdecken. Suchen Sie zusammen Pflanzen, denn damit können Sie viel anstellen. Zum Beispiel:

 

Ein Blick zurück in die eigene Kindheit, kann auch hierbei Gold wert sein. Erzählen Sie Ihrem Kind: Woher haben Sie ihr (Un-)Wissen über Pflanzen? Hatten Sie einen väterlichen Begleiter - hätten Sie sich einen gewünscht? Lernen Sie jetzt genau so wie Ihr Kind?

Die Möglichkeiten sind damit noch lange nicht erschöpft: Welche Pflanzen wachsen uns täglich zu Füßen und sind nahrhaft oder schmecken gar? Und wie kann ich sie erkennen? Finden Sie zum Beispiel Sauerampfer!

Bestes Alter: ab 8 Jahre

Orte für Abenteuer

Für Kinder ist es faszinierend und wichtig, "geheime Orte" zu haben, die sie nur alleine oder wenige FreundInnen kennen. Das können Dachböden, Brücken über Bäche, Waldstücke oder Ähnliches sein. Vielleicht hätte Ihr Kind gern auch einen gemeinsamen, geheimen Ort mit Ihnen? Entdecken Sie zusammen zum Beispiel brachliegendes Gelände und kleine Waldstücke.

Am besten ist es, wenn Sie mit offenen Augen durch die Stadt gehen und zusammen mit Ihrem Kind neues Terrain erkunden.

Das Abgelegene, Verfallende, Undurchdringliche solcher Orte bietet Raum für Phantasie und Abenteuer. Was kann man heimlich beobachten? Wie findet man den besonderen Ort der Gemeinsamkeit wieder? Wer macht wen auf besondere Dinge oder "lauernde Gefahren" aufmerksam? Vater und Kind können sich auf eine Suche nach gemeinsamen Orten machen, die Abenteuer, Vertrauen und Geborgenheit spüren lassen – auch, wenn die Kinder noch jünger sind.

Knobelgang

Spaziergänge sind langweilig? So nicht: Eine Cent-Münze entscheidet über den Weg. Schon an der Haustür wird sie das erste Mal hochgeworfen. Liegt die Münze dann mit der Zahl nach oben, geht es nach rechts. Liegt das Bild vom Bäumchen oben, geht es für Vater und Kind nach links. An jeder Ecke und Verzweigung geht das Spiel so weiter. Die Spannung steigt mit jedem Mal: Wo wird die Münze hinführen? Das Schöne: Papa wird den Weg nach Hause nachher auf jeden Fall finden. - Hoffen wir doch.

Stadtrallye

Eine tolle Aktion, die städtische Umgebung zu erkunden, die aber etwas Vorbereitung erfordert, ist die Ausarbeitung einer Fußweg-Rallye. Für eine kleine Gruppe von Kindern oder für eine Geburtstagsfeier können Väter bei der Zusammenstellung selbst einen Blick für Ungewohntes bekommen. Die Aufgaben müssen nicht verzwickt und nicht zu umfangreich sein.

Im digitalen Zeitalter ist zum Beispiel eine Fotorallye schnell und unkompliziert vorzubereiten:

Fotografieren Sie Ausschnitte von Gegenständen oder Orten aus ungewöhnlicher Sichtweise, und lassen Sie die Kinder die Orte oder Gegenstände auf einem vorgegebenen Weg suchen und notieren. Oder Sie verstecken in der Nähe der abgebildeten Stellen in Filmdosen Aufgaben. Es kann während des Weges auch etwas gesammelt werden, das am Ziel vorgestellt oder abgegeben werden muss. Ein wenig Mut verlangen kommunikative Aufgaben: Zum Beispiel bei Familie Meier zu klingeln, die man nicht kennt, und nach dem Durchschnittsalter der Familie zu fragen – oder in einem Geschäft zu fragen, wann es gegründet wurde. Die Vorbereitung macht viel Spaß, wenn Vater den geplanten Rallyeweg entlanggeht (oder ihn im Gehen entwickelt) und die Augen für schöne Aufgaben offen hat!

Quelle: Broschüre "Los, Papa!" - Herausgeber: Referat für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover.

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