Spiel-Ideen: für verschiedene Altersgruppen

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Spiel-Ideen: für verschiedene Altersgruppen

Bestes Alter: 0 bis 2 Jahre

Kochtopf räumen - oder: Es reicht, wenn Du da bist, Papa!

Wenn Kinder krabbeln können und anfangen, sich hinzustellen, sind Küchenschränke gefährdete - oder lohnende - Ziele für sie. Wenn der Papa Essen zubereitet, abwäscht oder liest, können in aller Ruhe Töpfe und Pfannen ausgeräumt und begutachtet werden. Dazu brauchen die Kinder keine Hilfe. Sie beginnen für sich, die Welt zu ordnen und sie begreifbar zu machen, und es reicht ihnen die Gewissheit, dass Papa im Raum ist. Als Vater können Sie in so einer Situation ihren Blick dafür schärfen, mit welcher Konzentration Ihr Kind lernt - Sie brauchen nur aufmerksam zuzuschauen. Lassen Sie sich von Ihrer Eingebung treiben, wann Sie selber mitspielen wollen - vielleicht werden Sie aber auch dazu aufgefordert.

Nützliche Hinweise:

Weckersuchen

Das Kind macht die Augen zu. Der Vater versteckt jetzt einen tickenden Wecker oder eine summende Eieruhr im Raum und stellt eine Zeit von etwa drei Minuten ein. Dann wird es klingeln. Jetzt kann das Kind die Augen öffnen, sich ganz auf das Ticken konzentrieren und die Uhr nach Gehör finden - möglichst bevor es klingelt! Dann ist natürlich viel Lob fällig. Und als nächstes muss Papa suchen …

Fingerspiele

Schon wenige Monate nach der Geburt finden Kinder Gefallen an kurzen, sich wiederholenden Spielsequenzen mit direktem Kontakt. Fingerspiele, die es in unzähligen Varianten gibt, kennen Sie vielleicht noch aus der eigenen Kindheit. Große Innovationen haben sich in diesem Bereich nicht ergeben. Deswegen seien hier beispielhaft zwei Fingerspiele aufgeführt - in Kontakt mit anderen Vätern und Müttern oder unter zu Hilfenahme von Literatur wird sich Ihr Repertoire schnell erweitern.

Bestes Alter: 3 bis 8 Jahre

Geschichten erfinden

"Beim Zuhören hatten meine Kinder oft am meisten Spaß, wenn ich ihnen selbst erfundene Geschichten erzählt habe."
Axel Hengst

Bei manchem Vater läuten jetzt vielleicht die "kreativen Alarmglocken". Aber mit einigen kleinen Hinweisen auf mögliche Zutaten ist die Sache kinder- und vaterleicht.

Sie brauchen

 

Der Bechergeist

Bastelbücher voller kleiner Ideen, die nicht viel Zeit und Vorbereitung kosten, gibt es in der Stadtbibliothek. Schauen Sie sich doch einmal um! Für folgende Idee sind vielleicht Extra-Besorgungen nötig, aber sie hat eine tolle Wirkung.

Sie brauchen:

 

Und so geht's:

In das untere Drittel des Bechers wird mit der Scherenspitze oder dem großen Nagel ein Loch eingebrannt, in das der Trinkhalm genau hineinpasst. Mit dem kurzen Knick außen wird der Halm ein kleines Stück hineingeschoben. Der Plastikhandschuh wird über den Rand des Bechers gestülpt - und eigentlich sind wir schon fertig! Wenn nun Luft in den Becher geblasen wird, erscheint oben der Bechergeist - wird die Luft herausgesogen, verschwindet er auf mysteriöse Weise wieder im Becher.

Jetzt kann der Becher angemalt und der Bechergeist seine Punk-Frisur offenbaren.

Raten, raten, raten...

Eine der beliebtesten spontanen Spiele ist das Raten irgendwelcher Dinge - und auch dabei sind der Fantasie und der Gelegenheit keine Grenzen gesetzt:

 

Blind hauen

Kind und Vater sitzen zusammen vor einem Haufen Bauklötze. Dem Kind werden die Augen verbunden. Jetzt soll es einen hohen Turm bauen. Da hilft es nur, sich völlig auf das Gefühl in den Händen zu verlassen. Der Vater muss die Bauklötze anreichen. Wenn der Turm umfällt, ist er an der Reihe. Schafft er es einen höheren Turm zu bauen?

Kind und Vater sitzen zusammen vor einem Haufen Bauklötze. Dem Kind werden die Augen verbunden. Jetzt soll es einen hohen Turm bauen. Da hilft es nur, sich völlig auf das Gefühl in den Händen zu verlassen. Der Vater muss die Bauklötze anreichen. Wenn der Turm umfällt, ist er an der Reihe. Schafft er es einen höheren Turm zu bauen?

Bestes Alter: ab 9 Jahren

Bronco

Kennen Sie noch Bronco Lane, den Westernhelden aus den Siebzigern, der, lässig die Füße auf dem Schreibtisch, quer durch das Zimmer Spielkarten in seinen Hut warf? - Diese Erinnerung (älterer Väter) mag ein Anlass sein, um Ziele in der eigenen Wohnung ausfindig zu machen und gegenseitig damit zu trainieren. Je nach Materialauswahl sollte die Zeit berücksichtigt werden, die anschließend für das Aufräumen benötigt wird.

Experimente

Haben Sie das mal erlebt? Jemand legt vor Ihren Augen einen Bierdeckel auf ein mit Wasser gefülltes Glas, dreht das Glas mit Bierdeckel darauf um, lässt den Bierdeckel los - und das Wasser rauscht nicht aus dem Glas? Wenn ja, waren Sie bestimmt verblüfft. Und vielleicht haben Sie als Vater schon erlebt, welche Überraschung ähnliche Phänomene bei Kindern hervorrufen können. Oft aber können Experimente auch zu neuen Erkenntnissen führen. - Probieren Sie das doch einmal gemeinsam aus!

Was vermuten Sie zum Beispiel als Ergebnis des folgenden Experiments?

Nimm einen Streifen weißes Löschpapier, der in ein Marmeladenglas passt. Mach etwa einen Zentimeter vom Papierrand entfernt drei etwas auseinander liegende Punkte mit einem wasserlöslichen, schwarzen Filzstift. Nun brauchst Du ein Glas Wasser. Tauche den Streifen Löschpapier dann bis zu der Linie ins Wasser, so dass die Punktlinie das Wasser nicht berührt. Befestige den Streifen in dieser Position (zum Beispiel mit einer Büroklammer am Glasrand) und warte. Beobachte, was geschieht, wenn sich das Löschpapier mit Wasser vollsaugt.

Heimkino

Wenn es draußen ungemütlich ist, ist das ideal für einen "Kino"-Abend zuhause. Dazu brauchen Sie einen Videorekorder oder CDPlayer. Und einen Film, der Ihre Kinder und auch Sie interessiert - wie zum Beispiel Harry Potter, Tierfilme, Dick- und Doof-Filme oder Ähnliches.

Sie brauchen aber auch Popcornmais! Das Popcorn können Sie gemeinsam zubereiten - in einem Topf mit Deckel und etwas Butter, außerdem kann aus einem Schuhkarton ein Bauchladen für den Popcornverkauf gebastelt werden. Es kann sehr lustig werden, wenn man den Deckel hebt und das Popcorn durch die Küche springt. Wenn es ein bisschen abgekühlt ist, kommt es in Papiertüten (z. B. aus zusammengerollten Zeitungsseiten).

Natürlich werden auch Einladungen, Plakate und Eintrittskarten vorbereitet und im Dunkeln mit Taschenlampen die Plätze angewiesen. Vor dem Film gibt es noch etwas "Werbung": Jeder spielt pantomimisch ein oder zwei Werbespots vor, die anderen machen "Reklame raten". Und nach dem Abspann des Films? Bleiben Sie noch gemütlich etwas sitzen und sprechen mit dem Kind darüber, was ihm und Ihnen am Film gefallen hat und was nicht.

Quelle: Broschüre "Los, Papa!" - Herausgeber: Referat für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover

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