Endlich mal ein unverplanter Nachmittag - aber was fangen Vater und Kind damit an? Die Antwort hängt vom Wetter und vom Alter der Kinder ab - und natürlich davon, was man sich einfallen lässt. In der Reihe "Spiel-Ideen" finden Sie viele Anregungen für gemeinsame Unternehmungen von Vätern und Kindern. Die Beispiele sind mit freundlicher Genehmigung des Referates für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover aus deren Broschüre "Los, Papa! " übernommen und von Vätern erprobt.
Bewusst werden nur Beispiele dargestellt - lassen Sie sich hiervon anregen, und entwickeln Sie selbst Abwandlungen oder sogar ganz neue Ideen! Bevor Sie ans Ausprobieren gehen, einige Hinweise:
Manche Spiele und Beschäftigungen entwickeln sich spontan. Seien Sie aufmerksam für witzige, überraschende, intensive Situationen - sie bieten Anregungen, die Sie später einmal nutzen können. Kinder brauchen (auch gegenständliche) Anregungen, aber sie müssen nicht übermäßig "bespielt" werden. Väter sind nicht die Beschäftigungs-Zampanos ihrer Kinder. Weniger ist oft mehr. Gerade für Kleinkinder ist zum Beispiel das Ordnen von Gegenständen ein wichtiges, selbstbestimmtes Spiel. Manchmal ist das Kind dann Eins mit sich und den Dingen und es reicht aus, wenn Sie in der Nähe sind. Und wenn Sie mal Zeit für sich selber brauchen oder erschöpft oder krank sind: Zwingen Sie sich nicht, jeden Beschäftigungswunsch zu erfüllen. Ihr Kind möchte ein ehrliches Bild von Ihnen bekommen.
Mädchen und Jungen brauchen viele Aktionsmöglichkeiten. Sie brauchen keine jungen- oder mädchentypischen Angebote, sondern vielleicht hin und wieder Unterstützung, sich mit jungen- oder mädchenuntypischen Dingen zu beschäftigen. Denn das erweitert ihre Möglichkeiten. Aber die Tücke lauert im Detail: Wie ist Ihre eigene Gefühlslage, wenn Ihr Sohn sich schminkt oder Ihre Tochter Wettschießen mit Pfeil und Bogen macht - spüren Ihre Kinder Ihre Zweifel oder zeigen Sie ihnen Ihre unbefangene Seite? Wenn Sie Ihrer Tochter sagen "Schön, dass Du auch ein Jungenspiel spielst", wird sie dann schleunigst damit aufhören, um nicht als Junge zu gelten? Unterstützen Sie Ihre Kinder bei selbst gewählten Spielen - egal, ob sie Junge oder Mädchen sind, und egal, ob es "typisch" oder "untypisch" ist.
Nehmen Sie sich Zeit für gemeinsame Neugier und Begegnung. Stellen Sie sich Fragen über Alltägliches oder Besonderes. Lernen Sie die Vielfalt von Menschen kennen. Echte Neugier auf das, was Ihnen fremd ist, bietet auch Ihrem Kind einen sicheren Rahmen, um die Welt zu entdecken. Als Vater den Abenteurer à la Indiana Jones zu geben, ist zweifellos eine Bereicherung. Es kann aber nur eine von vielen Vaterrollen sein - und für manchen Vater ist es nicht die richtige.
Gerade kleine Kinder mögen es oft am liebsten, lernen am meisten und haben den meisten Spaß, wenn sie das mitmachen dürfen, was ihrer Bezugsperson - hier dem Vater - wirklich gut gefällt. Nehmen Sie sich und Ihr Kind ernst und lassen es an Ihrem eigenen Leben teilhaben - dann werden auch so "schwierige Dinge" wie Aquarellmalen oder Klavierspielen kinderleicht.
Quelle: Broschüre "Los, Papa!" - Herausgeber: Referat für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover