Besonderes: Männerarbeit unterstützt Kinderzentrum in Belarus

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Besonderes: Männerarbeit unterstützt Kinderzentrum in Belarus

Zum 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl organisierte die Evangelische Männerarbeit einen Arbeitseinsatz in Belarus. Vom 13.-24. September 2006 reiste eine Gruppe an den Wilejkasee, um dringende Renovierungsarbeiten am Kinderzentrum Nadeshda durchzuführen und bei der Entwicklung des ökologischen Gartenbaus zu helfen.

Johann, Gerd, Klaus, Egon, Peter, Karl, Johannes, Burkard, Andreas und Heinrich - zehn Männer zwischen 33 und 66 Jahren waren dem Aufruf gefolgt: "Mach mit! Du wirst gebraucht!" Die meisten nahmen dafür Urlaub, andere erkannten eine Chance für ihren Ruhestand: Eine Zeitlang zusammen leben, zusammen arbeiten, zusammen lernen - für das Gemeinwohl auf unserem Planeten, konkret: für die Kinder von Tschernobyl. Dazu Begegnungen mit der deutschen Geschichte und mit den europäischen Nachbarn in Belarus.

5.000 Kinder aus den verstrahlten Gebieten finden im Kinderzentrum Nadeshda jedes Jahr Erholung. "Das habe ich mir so nicht vorgestellt", zollten die Teilnehmer dem gemeinsamen Projekt von Deutschen und Belarussen ihre Anerkennung. Wolfgang Menzel, Friedrich König, Klaus Karwowski – diese Namen stehen für die vielen westfälischen Männer, die hier seit 1993 mit angepackt haben.

Der Strahlenchemiker Alexander Ruchla kann als belarussischer Vater des Projektes Nadeshda gelten. Mit Schrecken nahmen wir seine nüchterne Analyse zur Kenntnis: Nach 20 Jahren vergiften die Auswirkungen der Reaktorexplosion immer noch das Leben von 500.000 Kindern in Belarus. Keine politische Grenze kann solche Umweltgifte einzäunen.

Schwer beeindruckt waren wir von den Kindern und Jugendlichen: In ihrem Alltag zu Hause sind sie täglich mit den Folgen von Tschernobyl konfrontiert. Sie dürfen nicht essen, was dort wächst, dürfen draußen nicht unbeschwert spielen. In Nadeshda erfahren sie oft erstmalig Freude am Leben – und sie erkennen Bildung als ihre Chance.

Die Menschen in Nadeshda begegneten uns mit großem Vertrauen. Wir wurden als Freunde begrüßt und wie Freunde behandelt. Die Belarussen beschenkten uns auch mit ihrer Gabe, Feste zu feiern. Mit Hochachtung nahmen wir am zwölften Geburtstag des Zentrums die Entertainmentqualitäten unserer Freunde wahr. Das gemeinsame Feiern gibt Kraft zum gemeinsamen Arbeiten: Sehnsüchtig merkten einige von uns, dass in unserer Konsumgesellschaft dieser Rhythmus oft verloren gegangen ist. Gemeinsame Zeit ist ein kostbares Gut!

Wir haben mit Geist und Leib und Seele an einer wichtigen Aufgabe teilgenommen und wollen wiederkommen - im nächsten Jahr. Es gibt soviel zu tun - und zu erleben - und zu lernen! Das vergisst du nicht! Das macht was mit dir! Da spürst du deine Verantwortung: Wir arbeiten und leben zusammen, um unsere Erde für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Unser Dank gebührt all denen, die durch ihre materiellen und finanziellen Spenden, durch ihr Gebet und durch ihre Begleitung dieses Bildungsprojekt ermöglicht haben. Wir suchen weiterhin interessierte Mithelfer, vor allem auch junge Erwachsene ab 20 Jahren. Jede Kirchengemeinde kann jungen Menschen diese Botschaft geben: Wir brauchen deinen Dienst für die Kinder von Tschernobyl und für das gemeinsame Leben auf unserem Planeten!

Aktueller Nachtrag: In diesem Monat fährt wieder eine Gruppe von Männern aus dem Münsterland, darunter einige vom letzten Jahr und ein paar Neue, zu einem Workcamp/Arbeitseinsatz für die Kinder von Tschernobyl im Nadeshda Zentrum. Und einige sehen es sehr bewußt als "Dienst auf dem Planeten", der eine große Bedeutung hat für sie und ihre Kinder. Wir hoffen, 2009 Väter (auch Wahlväter) und junge Erwachsene generationengemischt nach Nadeshda schicken zu können - im Rahmen eines Projektes mit Azubis.

Ansprechpartner für alle Fragen zu diesem Projekt ist Uwe Hartmeier, maennerarbeit.muensterland@kircheundgesellschaft.de.

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