Erlebnis: "Expedition Ruhr"

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Erlebnis: "Expedition Ruhr"

Vattertag_05-02-05_-049_mod_100Edgar Kirchhoff von der Katholischen Familienbildungsstätte in Essen nutzt besondere Gruppen-Angebote von Museen und Institutionen für seine "Vater-Tage" und bietet Vätern mit ihren Kindern ungewohnte Aktionen und überraschende Einblicke: zum Beispiel in die Tierwelt der Ruhr.

In Essen ist etwas öfter Vater-Tag als im Rest der Republik, nämlich an jedem ersten Samstag im Monat. Edgar Kirchhoff, Pädagogischer Mitarbeiter der dortigen Katholischen Familienbildungsstätte, bietet Vätern und ihren Kindern dann nämlich besondere halbtägige Erlebnis-Touren. Bei der "Expedition Ruhr" führte die Reise beispielsweise nach Mülheim, wo insgesamt zehn Väter und zwölf Kinder bei herrlichem Sommerwetter ihre Gummistiefel anzogen und mit Keschern und Sieben ausgestattet in den Fluss wateten. "Das Keschern hat am meisten Spaß gemacht", sagt die zehnjährig Clara. "Ich habe eine braune Wasserschnecke rausgeholt – nur mit der Hand", schwärmt der sechsjährige Laurin. "Außerdem gab es ganz viele Fische, aber die mussten wir wieder reinwerfen", erzählt sein neunjähriger Bruder David. Einen faszinierenden Flusskrebs und viele kleine Larven entdeckte der auffällige Väter-Kinder-Trupp, der von Spaziergängern und Fahrradfahrern amüsiert beobachtet wurde, außerdem. Eine Expertin vom nahe gelegenen Haus Ruhrnatur, einem Erlebnismuseum der RWW Rheinisch Westfälischen Wasserwerks­gesellschaft, begleitete die Gruppe und wusste alle Phänomene zu erklären. „Nachdem wir Einiges gefangen hatten, untersuchten wir die kleinen Tiere im Haus Ruhrnatur unter dem Mikroskop. Das war sehr interessant", sagt Ulf Hagedorn, Vater von David und Laurin. "Natürlich können Väter mit ihren Kindern auch alleine ins Haus Ruhrnatur fahren", erklärt Angebotsleiter Edgar Kirchhoff, "doch eine solche Aktion wie 'Expedition Ruhr' gibt es nur für Gruppen."

Intensive Zeit mit dem Kind

Beide Väter, der von Clara sowie der von Laurin und David, nehmen nicht zum ersten Mal an einem Vater-Tag - oder auch Vatter-Tag - teil. Sie waren zum Beispiel auch dabei, als es auf "Höhlenforschung" in die Kluterthöhle in Ennepetal ging. "Ich bin mehr auf allen Vieren gekrochen, als auf zwei Beinen gelaufen", erinnert sich Claras Vater Wolfgang Volkhausen, "das war eine echte Grenzerfahrung." Licht gab es nur aus Taschen- und Stirnlampen. "Diese Ausflüge schaffen ganz besondere gemeinsame Erlebnisse, die ich dann mit meinen Kindern teile", sagt der Vater, der zwei weitere, ältere Kinder hat. Mit jedem von ihnen nahm und nimmt er ab und zu an Vater-Kind-Veranstaltungen teil. "Es tut gut, mal intensiv Zeit mit einer bzw. einem von ihnen zu verbringen. Wir lernen uns dann ganz anders kennen und sprechen auch über andere Themen." Damit trifft er genau das, was Edgar Kirchhoff sich mit den Vater-Tagen vorgenommen hat: "Ich möchte Vätern gestaltete Zeit anbieten, die außergewöhnlich ist, und sie gemeinsam mit ihren Kindern in Aktion bringt." Ulf Hagedorn ist ein weiterer Aspekt wichtig: "Ich mache das, um meiner Frau etwas Freiraum zu verschaffen. Unsere dreieinhalbjährige Tochter kann ich allerdings auf solche Touren noch nicht mitnehmen."

Gespräche unter Vätern?

Der Austausch unter den Vätern selbst spielt bei den Tagesveranstaltungen wie "Expedition Ruh" kaum eine Rolle. "Das ergibt sich höchstens zufällig", berichtet Edgar Kirchhoff. Den beiden Vätern war dieser Aspekt aber auch nicht so wichtig. "Ich bin nicht so ein Gemeinschaftstyp. Daher ziehe ich die Tagesangebote auch Wochenendveranstaltungen vor", sagt Ulf Hagedorn. Mit zunehmendem Alter der Kinder fällt es den Vätern aber immer schwerer, sie für gemeinsame Erlebnistage zu begeistern. "Meine beiden älteren sind 13 und 15 Jahre alt", erzählt Wolfgang Volkhausen. "Ich bin sehr froh, dass wir noch ab und zu solche 'Vater-Tage' haben. Bald ist es für sie sicher völlig 'uncool', so etwas zu machen."

 

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vaeter-nrw.de:

 

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