Ihre Meinung: vaeter.nrw.de-Umfrage zu "Väternetzwerken"

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Ihre Meinung: vaeter.nrw.de-Umfrage zu "Väternetzwerken"

Netzwerk_Stephanie-Hofschlaeger_pixelio_de_mod_100In den Monaten Juli, August und September stellte vaeter.nrw.de seinen Nutzern  Fragen zum Thema "Väternetzwerke". Martin Rosowski, Mitglied der Steuerungs­gruppe des Bundesforums Männer, einer politischen Männer- und Vätervertretung, der zahlreiche Einzelnetzwerke und -verbände angehören, kommentiert die Ergebnisse.

Unter "Ihre Meinung" befragte vaeter.nrw.de seine Nutzer nach ihrer Haltung zu und ihrem Umgang mit Väternetzwerken. Die erste Frage lautete: "Meinen Sie, dass engagierte Väter, die sich in Netzwerken zusammenschließen, gesellschaftliche Trends setzen?" Die Antwort fiel eindeutig aus: 70,4 Prozent votierten mit "ja", 14,8 Prozent mit "eher ja". Dem stehen nur 11,1 Prozent "Nein"-Stimmen und 3,7 Prozent "eher nein"-Stimmen entgegen. Martin Rosowski, Mitglied der Steuerungsgruppe des Bundesforum Männer und Haupt­geschäftsführer der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), kommentiert das Ergebnis so: "In den letzten zehn Jahren hat sich sehr viel verändert. Wir haben eine neue Generation von Männern, die häufig mit großer Selbstverständlichkeit aktive Väter sind. Väternetzwerke und das neue Elterngeldgesetz haben die Väter vielfach zu dieser Haltung ermutigt. Sie haben eine Dynamik angestoßen, so dass wir inzwischen  einen stabilen Trend in der Gesellschaft haben, aktive Vaterschaft zu leben und zu unterstützen", erklärt Martin Rosowski. "Das ist ein großes Verdienst von Väternetzwerken."

Netzwerke verbessern Rahmenbedingungen für Väter

"Haben Sie Themen, die Sie gerne in ein Väternetzwerk einbringen würden?", fragte vaeter.nrw.de seine Nutzer im August. 28,6 Prozent der Umfrageteilnehmer beantworteten die Frage mit "ja". 7,1 Prozent mit "eher ja", 28,6 Prozent mit "eher nein" und die meisten, nämlich 35,7 Prozent mit "nein". "Fast zwei Drittel der Umfrage­teilnehmer beantwortete die Frage mit 'nein' oder 'eher nein'. Das deute ich so, dass sie kein Bedürfnis haben, sich politisch für Väterthemen zu engagieren. Das tut der Teil der Väter, der einen wirklichen Leidensdruck verspürt, zum Beispiel Trennungsväter, die um das Sorgerecht für oder den Umgang mit dem Kind oder den Kindern kämpfen. Das ist aber einen Minderheit", erklärt Martin Rosowski. "Mein Eindruck ist, dass die meisten Vätern die Zeit lieber nutzen, um sie mit ihren Kindern zu verbringen. Auf dem ökumenischen Kirchentag in München zum Beispiel haben wir das sehr deutlich gesehen. Es gab zeitgleich eine spannende politische Diskussions­runde zu Väterthemen und ein Open-Air-Vater-Kind-Fest. Nur ein Bruchteil der Väter beteiligte sich an der Diskussion, die meisten kraxelten mit ihren Kindern durch den Klettergarten, übten Bogenschießen, spielten oder nutzten Kreativangebote. Das heißt nicht, dass es keine politischen Themen gäbe, die es anzugehen gilt. Zum Beispiel stehen auch Väter oft vor der Herausforderung, den schwierigen Spagat zwischen Beruf und Familie zu meistern. Es ist Aufgabe der Netzwerke und Verbände daran zu arbeiten, dass sich die Rahmenbedingungen für Väter weiter verbessern."

Austausch im Netzwerk ist gefragt

Die abschließende Frage des Themenblocks "Väternetzwerke" lautete: "Unterstützt Sie der Austausch mit anderen Vätern in einem Netzwerk darin, ihre Themen als Vater in privaten und beruflichen Zusammenhängen besser zu vertreten?" Die große Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer beantwortete die Frage mit "ja" (62,5 Prozent). 15,4 Prozent sagte "eher ja" und nur jeweils 7,7 Prozent der Befragten antworteten mit "eher nein" oder "nein". "Die Umfrageteilnehmer scheinen in dieser Frage ein Netzwerk nicht als politischen Interessen­verband zu interpretieren, wie in der Frage vorher, sondern als eine Gruppe, die ihnen persönlichen Austausch ermöglicht - und den suchen sie", kommentiert Martin Rosowski. "Unsere Erfahrungen bestätigen diese Umfrageergebnisse. Seit zehn Jahren verzeichnen wir einen ungebrochenen Nachfrageboom nach Väter- und Vater-Kind-Angeboten. Väter schätzen daran, dass sie ungezwungen mit anderen Vätern ins Gespräch kommen. Die meisten von ihnen - das ist meine Beobachtung - sehen die Vereinbarkeitsfrage ganz pragmatisch als individuell zu lösende Herausforderung. Dafür holen sie sich Tipps und Hinweise in Netzwerken." Über organisierte Gruppen hinaus spielen auch soziale Netzwerke im Beruf, in der Freizeit, zum Beispiel beim Sport, oder im Freundeskreis eine wichtige Rolle für den Informationsaustausch. "Es ist toll zu sehen, wie aktiv Väter in den letzten Jahren geworden sind und welche Dynamik dadurch entstanden ist. Jetzt müssen wir auf allen Ebenen dran bleiben", ergänzt Martin Rosowski. Auch Grundsatzfragen müssten weiterhin gestellt und die strukturellen Hintergründe für die Vereinbarkeitsprobleme der Väter bearbeitet werden: "Sonst laboriert die nächste Vätergeneration wieder an den gleichen Themen." Politische Väternetzwerke, wie das Bundesforum Männer, das Männer- und Väterinteressen gegenüber der Politik vertritt, sind dabei sehr hilfreich.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

 

Link:

Bundesforum Männer: www.bundesforum-maenner.de

 

vaeter.nrw.de:

Im Porträt: "Väter bewegen WAT" und "Väternetzwerk Medinghoven"

Initiativen: Väter in Nordrhein-Westfalen

Ihre Meinung: vaeter.nrw.de-Umfrage zu Väter- und Vater-Kind-Angeboten

Erlebnis: "Wild und verwegen über den Biggesee"

 

Veranstaltungen

05/2012 zurück vor
KW MoDiMiDoFrSaSo
18   01 02 03 04 05 06
19 07 08 09 10 11 12 13
20 14 15 16 17 18 19 20
21 21 22 23 24 25 26 27
22 28 29 30 31      

Suchen >>>

Thema des Monats

Studienergebnisse: Väterfreundlicher Arbeitsplatz