Porträt: Steffen Sauermann - ehrenamtlicher Fußballtrainer

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Porträt: Steffen Sauermann - ehrenamtlicher Fußballtrainer

Training2_100"Links vorbei! Zieh ab! Tooor!" Steffen Sauermann springt auf und jubelt. Seit über zwei Jahren trainiert der 38-jährige gelernte Elektro-Installateur eine F-Jugendmannschaft des RSV Göttingen 05. Er hat sie bis in die Kreisliga geführt, die höchste Spielklasse für die Achtjährigen. Und das - eine Seltenheit bei den ehrenamtlichen Fußballtrainern - fast ohne die Jungs anzubrüllen und laut vom Spielfeldrand zu schimpfen.

"Ohne Spaß geht es nicht. Und ohne Erfolg auch nicht. Die richtige Mischung schafft die Motivation für die Kinder", sagt er bescheiden. Das gilt natürlich auch für ihn selbst. Über 20 Jahre lang spielte er selbst als Verteidiger, bis ihm ein Sportunfall fünf Knieoperationen bescherte und seine aktive Karriere beendete. Seine beiden Söhne, acht und zehn Jahre alt, sind auch begeisterte Fußballer. Als der Verein einen Jugendtrainer suchte, hat er sich spontan gemeldet.

Ehrenamt - ein hohes Engagement

Training4_100Etwa sieben Stunden pro Woche wendet er für das Ehrenamt auf: Zweimal Training, je eineinhalb Stunden, fast an jedem Wochenende Spiele, die dauern eine Stunde. Hinzu kommen Fahrtzeiten, jede Menge Papierkram, Sitzungen von Vereinsgremien und mit Trainerkollegen. Auch für die Eltern will er erreichbar sein und verbringt daher viel Zeit am Telefon. "Dass die Mannschaft vollständig zum Spiel erscheint ist ganz selten. Meist ist jemand krank, die Oma hat Geburtstag oder es steht etwas Besonderes mit der Familie an." Und selbstverständlich hat er ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte. Wenn sich jemand ungerecht behandelt fühlt, auf einer anderen Position spielen will oder Schulprobleme auch auf die sportliche Leistung durchschlagen. Demnächst wird er noch stärker eingespannt sein, denn er will die Lizenz zum Jugendtrainer erwerben. Und das bedeutet, dass er einige Urlaubstage für Lehrgänge opfern muss.

Dass sein achtjähriger Sohn in seiner Mannschaft spielt, spart zwar Fahrtzeiten, ist aber nicht ganz unproblematisch. "Manchmal will er schon eine Sonderbehandlung, zum Beispiel nur im Sturm spielen werden und sich seinen Partner aussuchen. Das geht natürlich nicht, schließlich bin ich der Trainer und mache die Aufstellung."

Die Jungen ernst nehmen

Seine Frau freut sich über das Engagement ihres Mannes: "Da weiß ich die Jungs in guten Händen. Sie sind draußen, bewegen sich und hängen nicht dauernd vor dem Computer." Außerdem kann sie ihre Wochenenddienste planen, ohne zusätzlich Betreuung organisieren zu müssen. Und ein paar Stunden familienfrei weiß sie auch zu schätzen.

Beim Torschusstraining hängen sich die Jungen voll rein. Und Sauermann spart nicht mit Lob. "Klasse Flanke, Julian! Volley genommen, super, Malte! Wie eine Katze, Leo, tolle Parade!" Der Trainer nimmt die Kinder ernst, sieht die Qualitäten jedes Einzelnen, nicht nur, was besser werden muss, damit die Meisterschale in erreichbare Nähe rückt. Das spüren die Jungen und man merkt: dafür lieben sie ihn.

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