Elterngeld: Was bringt das neue Elterngeld- und Elternzeitgesetz?

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Elterngeld: Was bringt das neue Elterngeld- und Elternzeitgesetz?

beeg-evaluation_bmfsfj_100Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) ging dieser Frage in seinem "Evaluationsbericht Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz 2009" im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nach. Vaeter-nrw fasst väterbezogene oder für Väter interessante Aussagen des Berichts zusammen.

63 Prozent aller Männer, die Elterngeld beziehen, tun dies ein oder zwei Monate lang (Nordrhein-Westfalen: 61 Prozent). Bekommt die Partnerin ebenfalls Elterngeld steigt der Wert auf 70 Prozent. Der Anteil der Männer die für zwölf Monate Elterngeld beziehen beläuft sich auf elf Prozent. (Für Nordrhein-Westfalen liegt die nicht ganz vergleichbare Prozentzahl der männlichen Leistungsbezieher vor, die für zehn bis zwölf Monate Elterngeld erhielten. Der Wert liegt bei stattlichen 20 Prozent.)

Partnermonate unterstützen beruflichen Wiedereinstieg von Müttern

Außerdem ist den Zahlen zu entnehmen, dass Frauen, deren Partner Elterngeld beansprucht haben, zu einem deutlich höheren Anteil erwerbstätig sind als in Haushalten ohne Partnermonate. "Die Partnermonate unterstützen also einen frühen Wiedereinstieg von Müttern", resümieren die Autoren des Berichts. Die Befragung zeigte auch, dass Väter mit 29 Prozent häufiger als Mütter (13 Prozent) während des Elterngeldbezuges in Teilzeit berufstätig sind.

Väter starten Elterngeldbezug oft im ersten oder 13. Lebensmonat des Kindes

Insgesamt 27 Prozent der Männer erhalten Elterngeld ab dem ersten Lebensmonat des Kindes. Väter, die zuvor nicht erwerbstätig waren, steigen dabei besonders häufig gleich zu Beginn des Lebens ihres Kindes in die Elternzeit ein und beziehen Elterngeld. Ebenfalls ein gutes Viertel der Männer startet seinen Elterngeldbezug mit dem 13. Lebensmonat des Kindes. Der Beginn des Elterngeldbezugs der restlichen Männer verteilt sich in etwa gleich über die dazwischenliegenden Monate.

Elterngeldbeziehende Väter verbringen mehr Zeit mit dem Kind

Nach Einschätzung der Mehrzahl der Mütter wirkt sich Elternzeit von Vätern positiv auf die Zeiten aus, die Väter und Kinder miteinander verbringen: Zwei Drittel sagen, dass der Partner ohne die Elterngeldmonate weniger Zeit mit dem Kind verbracht hätte. Bei den Auswirkungen auf die Bindung zwischen Vater und Kind äußern sich die Frauen kontrovers. 46 Prozent der Frauen machen eine positive Wirkung der Elterngeldmonate auf die Vater-Kind-Bindung aus. 49 Prozent sehen diesen Einfluss der Partnermonate nicht.

Elterngeldbezieher steigen stärker in Kinderbetreuung ein

"Das Elterngeld erleichtert Vätern die Übernahme der Kinderbetreuung", stellen die Autoren des Berichts fest. In Familien, in denen der Partner Elterngeld bezieht, liegt der durchschnittliche Betreuungsanteil des Partners im ersten Lebensjahr des Kindes bei 22 Prozent, in Familien ohne Elterngeldbezug des Partners lediglich bei acht Prozent. Parallel fällt der Anteil der Familien, in denen die Mutter die Kinderbetreuung fast vollständig (zu 95 Prozent) übernimmt, mit 20 Prozent erheblich geringer aus, als in Familien ohne Elterngeldbezug des Partners (60 Prozent). Im zweiten Lebensjahr des Kindes übernehmen Männer insgesamt mehr Betreuung, ergab die Befragung. (Väter mit Elterngeldbezug 31 Prozent, ohne Elterngeldbezug zwölf Prozent.)

Elterngeld stabilisiert Einkommen im ersten Jahr

Nach ihrer Einkommenssituation vor und nach der Geburt befragt, geben die Familien folgende Einschätzung ab: Vor der Geburt empfinden neun von zehn Haushalten ihre finanzielle Lage als mindestens ausreichend, über 50 Prozent sogar als gut oder sehr gut. Im ersten Jahr nach der Geburt bezeichnet noch ein knappes Drittel die finanzielle Ausstattung der Familie als gut oder sehr gut. Mindestens ausreichend ist das Einkommen aber immer noch bei über 80 Prozent der Befragten. Im zweiten Jahr nach der Geburt sinkt dieser Wert allerdings auf 69 Prozent.

Links:

Die komplette Studie (66 Seiten) steht auf der Homepage des Bundesministeriums für Familien, Senioren Frauen und Jugend zum Download zur Verfügung.

Außerdem enthält das BMFSFJ-Magazin "Im Fokus" zum Elterngeldbericht 2009 weiterführende Informationen.

Hinweise:

Der Bericht basiert auf Elterngeldstatistiken des Statistischen Bundesamtes sowie auf der vorab durchgeführten Befragung "Junge Familie 2009". Dafür schrieb das RWI Eltern an, deren Kinder an zufällig ausgewählten Stichtagen im April 2007 geboren wurden und die Elterngeld bezogen hatten. Der den Eltern zugesandte Fragebogen sollte nach Möglichkeit von den Müttern ausgefüllt werden.

Die an einigen Stellen in Klammern angefügten Daten aus Nordrhein-Westfalen sind der Publikation "Öffentliche Sozialleistungen. Statistik zum Elterngeld. Beendete Leistungsbezüge 2008" des Statistischen Bundesamtes vom 12.3.2009 entnommen.

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