Ein kleiner Überblick aus dem Ernährungsdschungel für Väter, die sich mit dem Thema Ernährung von Kindern in den ersten Lebensjahren auseinandersetzen müssen und/oder wollen.
Ernährung während der Stillzeit
Eine ausgewogene Ernährung während der Stillzeit ist wichtig für Mutter und Kind. Grundsätzlich ist damit bei einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung der Mutter der Nährstoffbedarf des Kindes abgedeckt. Wenn die Muttermilch nicht ausreicht oder die Mutter nicht mehr stillen möchte, wird in aller Regel auf industrielle Säuglingsnahrung zurückgegriffen werden. Dazu wird die Ernährung des ersten Lebensjahres in drei Abschnitte eingeteilt:
Ernährung nach dem ersten Geburtstag
Grundsätzlich verändert sich die Ernährung nicht allzu viel. Solange das Kind mit der bisherigen Kost zufrieden ist, kann bei den gewohnten Mahlzeiten geblieben werden. Die Umstellung auf Familienkost erfolgt dann schrittweise. Lassen Sie Ihr Kind ab dem 14. Lebensmonat ruhig von allem probieren, was Sie selbst auch essen. Wenn es Ihrem Kind schmeckt und das Essen den Anforderungen für Kleinkindkost entspricht, kann Ihr Kind soviel (so wenig) essen bis es satt ist. Ihr Kind beginnt seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln und seine Unabhängigkeit auszudrücken, in dem es sich ungebunden bewegt und sich sein Essen selbst aussucht. Obwohl das Kind immer noch wächst, ist das Wachstum jetzt langsamer als in den ersten 12 Lebensmonaten.
Am Ende des dritten Lebensjahres haben Mädchen und Jungen etwa 50 % ihrer Größe erreicht, die sie als Erwachsene haben werden. In diesem Alter entwickeln Kinder die Fähigkeit, mit einem Strohhalm zu trinken oder mit dem Löffel zu essen, und machen häufig als zappelige Esser Umstände wegen des Essens. Seien Sie geduldig und unterstützen Sie ihr Kind mit dem Löffel zu Recht zu kommen. Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten, und beachten Sie, dass Kinder nur so viel essen sollten wie sie möchten. Hat das Kind nur wenig gegessen sollte es lernen bis zur nächsten Mahlzeit zu warten. Der Körper braucht zwischen den Mahlzeiten Pausen, Kinder sollten nicht den ganzen Tag über naschen.
Ernährung von Kindern und Jugendlichen
Im Laufe des Kleinkind- und Vorschulalters findet wiederum eine stufenweise Anpassung an die Ernährungsformen des Erwachsenenalters statt. Hier soll eine abwechslungsreiche und kindgerechte Mischkost vorhanden sein. Als breite Basis dienen Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Kartoffeln, pflanzliche Öle, Seefisch, Fleisch und Eier. Den individuellen Besonderheiten der Kinder und speziell der Vorliebe für Süßigkeiten, Feingebäck und Eiscreme sind dabei in vertretbarem Umfang Rechnung zu tragen. Der Anteil dieser Lebensmittel sollte jedoch unter 20 % der Gesamtenergiezufuhr liegen.
Zwischen dem 2. und 10. Lebensjahr ist die Zunahme von Körpergewicht und Größe relativ gleichmäßig. Mit dem pubertären Wachstumsschub nehmen Gewicht und Größe bis zum 14. Lebensjahr erheblich zu. Der Energieverbrauch erreicht dann bereits Erwachsenenwerte. Im Jugendalter (15-18 Jahre) steigt der Energiebedarf nochmals erheblich an. Dies wird hauptsächlich durch die Anstrengungen des Wachstumsschubs verursacht, der während der Pubertät eintritt. Die Wachstumsspitze liegt bei Mädchen im Allgemeinen zwischen 11 und 15 Jahren, bei Jungen zwischen 13 und 16 Jahren.
Der individuelle Nährstoffbedarf von Teenagern dagegen schwankt beträchtlich und die Nahrungsaufnahme kann von Tag zu Tag enorm variieren, so dass ein "Zuwenig" oder "Zuviel" an einem Tag sich gut mit der Nährstoffzufuhr des nächsten Tages ausgleicht. In diesem Lebensabschnitt ist das Risiko eines Mangels an bestimmten Nährstoffen, einschließlich Eisen und Kalzium, größer.
Jugendliche sind besonders empfänglich für Eisenmangel, da sich während dieser Wachstums- und Entwicklungsperiode Blutvolumen und Muskelmasse vergrössern. Beides erhöht den Bedarf an Eisen, das die Aufgabe hat, das Hämoglobin (das rote Pigment im Blut, verantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut) und das verwandte Protein Myoglobin im Muskel aufzubauen.
Hinweis zu Kinderlebensmitteln
Nur das Beste für das Kind - so stellt sich ein Vater die Ernährung eines Kindes vor. Kindertees wie z. B. Instantmischungen von Früchtetee bestehen überwiegend aus Zucker. Die Babynahrung (Pulver für Flaschen) wird teilweise als "ohne Kristallzucker" deklariert. Schaut man auf die Zutatenliste, findet sich an vierter Stelle Glukosesirup - und das ist nichts anderes als Zucker! Auch Glukose-Fruktose-Sirup, Maltrose, Dextrose, Stärke und andere Zuckerersatzstoffe werden bei der Verdauung in einzelne Traubenzuckermoleküle aufgesplittet. Daher gilt der Grundsatz: so wenig Zucker wie möglich - so viel Zucker wie nötig.
Süßigkeiten für Kinder
Dass in Süßigkeiten Zucker enthalten ist, ist bekannt. Dass aber die Industrie versucht, den Zucker als ein gesundes Lebensmittel zu verkaufen, darauf fallen viele Verbraucher rein. Auf vielen Süßigkeiten sind dann Botschaften zu finden wie "Traubenzucker gibt dem Kind die verbrauchte Energie zurück". Allerdings weiß man, dass sich Kinder bei weitem nicht mehr so viel bewegen wie früher. Vor dem Computer oder dem Fernseher wird höchstens die Energie aus der Steckdose verbraucht. "Mit wertvollem Traubenzucker" wird ebenfalls geworben – dieser ist aber purer Stress für die Bauchspeicheldrüse, der zu einer enormen Insulinausschüttung führt. Und dies wiederum fördert die Entstehung von Übergewicht und Diabetes - in jedem Lebensalter. Gleiches gilt übrigens auch für angeblich zuckerfreie Müsliriegel.
Fazit
Bewegungsmangel und Übergewicht sind an der Tagesordnung. In erster Linie müssen die Eltern ihre Kinder davor schützen, dass bereits in jungen Jahren ihre Ernährung aus dem Ruder läuft. Daher empfehle ich insbesondere für Kinder eine dem Alter angemessene Ernährung, die alle lebenswichtigen Nährstoffe in ausreichender Form enthält, reich an Sattmachern wie Eiweißen und Ballaststoffen ist und zudem ein hohes Nahrungsvolumen liefert. Hochwertige Fette gehören ebenfalls zur Basis der Ernährung.
Weiterführende Informationen: