Studie: „AOK-Familienstudie 2010“

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Studie: „AOK-Familienstudie 2010“

AOK-Familienstudie_studientitel_100Väter tun etwas für ihre Gesundheit. In ihrer Rolle als Vater und Erzieher fühlen sie sich mehrheitlich sicher. Über Kindergesundheit und -erziehung wissen sie in der Regel gut Bescheid. Das ergab die "AOK-Familienstudie 2010". Die Studie zeigt auch wo es Defizite gibt und elterliche Gesundheit die Gesundheit der Kinder beeinflussen kann. Im Rückgriff auf die "AOK-Familienstudie 2007" bietet die neue Publikation Tipps, wie Eltern durch eigenes Verhalten Risiken für kindliches Übergewicht und körperliche sowie seelische Stressreaktionen verringern können. vaeter-nrw.de fasst interessante väterbezogene Aspekte der Studie zusammen.

Mit gutem Beispiel voran: 54 Prozent der für die "AOK Familienstudie" befragten Väter geben an, häufig oder sogar täglich Sport zu treiben. Berufstätige Väter sind dabei stärker vertreten als nicht erwerbstätige. Je höher Einkommen und Bildungsgrad desto deutlicher zeigt sich die Sportfreude. Jeder fünfte Vater gibt an, Angebote und Kurse zur Förderung seiner eigenen Gesundheit zu nutzen. Außerdem fragte der Studienautor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer danach, wie zufrieden sie mit ihrem Gesundheitszustand sind. 17,3 Prozent der Väter bezeichnen ihn als "weniger gut" oder "schlecht". Besonders davon betroffen sind nicht berufstätige Väter. Zwölf Prozent der Väter stehen, das ergibt die Umfrage, "häufig" oder "ständig" aufgrund körperlicher Probleme bei der Alltagsbewältigung vor Schwierigkeiten. Seelische Probleme belasten dagegen "nur" 4,6 Prozent der Väter. Dass sie aufgrund körperlicher oder seelischer Probleme ihre sozialen Kontakte einschränken, geben drei Prozent der Väter an, alleinerziehende Väter sind mit 13 Prozent mehr als viermal so häufig betroffen. Insgesamt zeigt die Studie, dass Mütter sich als belasteter wahrnehmen und die eigene körperliche und seelische Gesundheit negativer einschätzen als die Väter die ihrige.

Zeitstress ist größter Belastungsfaktor für Väter

Als wichtigsten Belastungsfaktor empfinden Väter wie Mütter die knappe Zeit. Auf einer Skala von "0", gar nicht, bis "3", stark, erreicht der Zeit-Faktor bei den Vätern den Durchschnittswert 2,05, bei den Müttern 2,19. Lediglich die seelische Belastung schätzen die Mütter ebenfalls mit einem Wert ein, der über etwas "2" liegt (Väter: 1,7). Die partnerschaftliche Belastung nehmen indes die Väter deutlicher wahr als die Mütter (1,47 zu 1,34). Körperlich fühlen sich aber die Mütter stärker beansprucht. Finanzielle Belastungen gewichten beide ungefähr gleich (Väter 1,99, Mütter 1,96).

Familienleben "gesund" gestalten

Das Wohlbefinden der Eltern habe, heißt es in der Studie, Einfluss auf die Gesundheit der Kinder. Mütter und Väter, denen es selbst gut geht, sind in der Lage, das familiäre Zusammenleben so zu gestalten, dass sie Gesundheitsrisiken für ihre Kinder verringern. Welche Faktoren es sind, die Kinder zum Beispiel vor Übergewicht und Stressreaktion wie Kopf- und Bauchschmerzen schützen, hatte bereits die "AOK-Familienstudie 2007" ergeben. Tägliche Rituale und ein geregelter Tagesablauf verringern das Risiko für kindliches Übergewicht zum Beispiel um den Faktor 0,6 und schützen auch vor wiederkehrenden Kopf- und Bauschmerzen, vor Schlafstörungen und Nervosität. Ebenfalls wichtig für Kinder sind Zeiten, in denen sie die ungeteilte Aufmerksamkeit eines Elternteils genießen. Auch sich gemeinsam mit dem Kind zu bewegen sowie sich für die Belange in Kita bzw. Schule zu interessieren und an entsprechenden Veranstaltungen dieser Institutionen teilzunehmen, tut den Kindern gut. Tägliche gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Faktor, wenn es um den Schutz vor Übergewicht geht. Das Frühstück im Familienkreis erwies sich dabei statistisch als besonders relevant. Darüber hinaus sind gute soziale Hilfsnetzwerke ein wichtiger Unterstützungsfaktor für Familien, der Sicherheit gibt und so zur Gesundheit der Kindern beiträgt.

Tägliche gemeinsame Familien-Mahlzeiten

Insgesamt ist das Wissen der Eltern um Kindergesundheit und Kindererziehung hoch. Zwischen Vätern und Müttern besteht weitgehende Einigkeit, was die Erziehungs- und Gesundheitsziele und deren Umsetzung in der Familie angeht. Insgesamt sind den Müttern aber tägliche gemeinsame Mahlzeiten, feste Regeln und Rituale, eine Begrenzung der Zeiten vor Computer oder Fernsehgerät, tägliche gemeinsame Zeit mit dem Kind, der Besuch von Veranstaltungen in Kita oder Schule, Auszeiten für sich selbst und Mithilfe des Kindes im Haushalt durchgängig geringfügig wichtiger als den Vätern. Nur der gemeinsamen Bewegung mit dem Kind ordnen die Väter eine höhere Bedeutung zu als die Mütter. Besonders wichtig ist beiden Elternteilen, dass sie mit dem Kind zusammen die täglichen Mahlzeiten einnehmen. Auf einer Skala von "1", weniger wichtig, über "2", etwas wichtig, bis "3", sehr wichtig, erreicht dieses Thema bei den Mütter den Wert 2,88 und bei den Vätern 2,78.

Väter schätzen eigene Erziehungskompetenz positiv ein

Was die Einordnung der eigenen Kompetenzen bei unterschiedlichen Fragestellungen der Erziehung und Gesundheits­erziehung angeht, schätzen beide Geschlechter ihre Fähigkeiten durchgängig positiv ein - die Mütter die ihren aber fast immer minimal besser. Väter sind sich jedoch sicherer als Mütter, dass sie bei der Bewältigung von Problemen richtig handeln.

Sicher in der Vater-Rolle

Über die Hälfte der befragten Väter (56,2 Prozent) fühlen sich in ihrer Rolle als Vater "sehr sicher", 40,3 Prozent "eher sicher". Damit zeigen sie sich selbstbewusster als die Mütter, die sich in ihrer Rolle "nur" zu 47,1 Prozent "sehr sicher" fühlen. Die Hälfte der Mütter (49,9 Prozent) bezeichnet sich als "eher sicher". Bei beiden Geschlechtern ist der Prozentsatz derer, die sich "eher unsicher" fühlen mit 3,3 Prozent der Väter und 2,8 Prozent der Mütter gering. "Völlig unsicher" sind lediglich 0,2 Prozent der Mütter und 0,3 Prozent der Väter.

 

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AOK Familienstudie 2010

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