Tipp: Eltern-Kind-Kuren auch für Väter

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Tipp: Eltern-Kind-Kuren auch für Väter

AWO_Vater-Kind3_100"Indianer kennen keinen Schmerz!" und Krankheit schon gar nicht. Immer durchhalten, arbeiten bis zum Umfallen, hart zu sich selbst. Dieses männliche Selbstverständnis gehört zum Glück der Vergangenheit an. Der "Mann von heute" kümmert sich um sein seelisches und körperliches Wohlergehen - und um das seiner Kinder.

"Der Gesetzgeber hat das erkannt und vor einigen Jahren bestimmt, dass Väter die gleichen Zugangsrechte zu den klassischen "Eltern-Kind-Kuren" haben wie Mütter", sagt Bruno Neurath-Wilson, Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die AWO ist einer der großen Anbieter von Mutter- und Vater-Kind-Kuren und betreibt bundesweit 23 Kliniken für Eltern-Kind-Kuren.

Väter- bzw. männerspezifische Behandlungsansätze müssen zum Kompetenzprofil einer Klinik gehören, wenn mann sich gut aufgehoben fühlen soll - gleichwohl sind nicht alle gesundheitlichen Belastungen männerspezifischer Natur. Überlastung und Erschöpfung, die im Zustand des "burn out" münden und sich zu einer chronischen Krankheit oder Depression verfestigen, kann es bei Frauen ebenso wie bei Männern geben. Der allein erziehende Vater, der Beruf, Haushalt und Familie "unter einen Hut" bekommt, muss eine vergleichbare Dauerbelastung wie eine entsprechende Mutter "wegstecken". Männer, die solchem Dauerstress ausgesetzt sind, neigen mehr als Frauen zu depressiven Reaktionen. Körperliche Symptome wiederum äußern sich bei den "Herren der Schöpfung" eher in Rückenbeschwerden - die physiotherapeutische Behandlung solcher Beschwerden unterscheidet sich allerdings nicht nach Geschlechtern. Gabriele Bossmann, Leiterin des Louise Schröder-Hauses auf Sylt: "Wir unterscheiden deshalb weniger zwischen Mann und Frau als vielmehr von Mensch zu Mensch." So steht denn auch weniger die Krankheit, sondern der 'männerszpezifische Umgang mit der Krankheit' im Vordergrund. "Die Klinik führt keine separaten Vater-Kind-Kuren durch, sondern arbeitet geschlechterübergreifend", so Stefan Kröger, Psychotherapeut der LangeoogKlinik.

Im individuellen, psychologisch orientierten Einzelgespräch geht es um die Klärung der Rolle als Vater und die Überwindung der Scheu, über solche Fragen überhaupt zu sprechen. Denn in dieser Scheu vor dem 'Psychologischen' unterscheiden sich Männer dann doch sehr von Frauen. Gut, wenn sie dann - wie in der LangeoogKlinik - einen Mann als Gesprächspartner vorfinden.

Foto: AWO

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AWO-Vater-Kind-Kuren

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