Studie: "Profit und Familienfreundlichkeit"

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Studie: "Profit und Familienfreundlichkeit"

Interessante Ergebnisse hat eine Führungskräftebefragung unter dem Titel "Profit und Familienfreundlichkeit" ergeben. In der Studie wurden 114 Führungskräfte - davon 88 männlich und 26 weiblich - in einer Alterspanne von 31 bis 62 Jahren befragt.

Zentrale Erkenntnisse der Umfrage sind:

  • Führungskräfte geben an, dass sie 91 % ihre Mitarbeiter für nicht leicht ersetzbar halten.
  • Führungskräfte sehen zu über 90 % einen Bedarf an familienfreundlichen Regelungen in der Wirtschaft, in Unternehmen und anderen Organisationen.
  • Über 94 % der Führungskräfte geben an, dass in ihren Unternehmen Instrumente zur Familienfreundlichkeit existieren (hauptsächlich Instrumente zur zeitlichen und örtlichen Flexibilisierung, teilweise Angebote zur Kinderbetreuung).
  • Die Möglichkeiten, die die Instrumente bieten, werden nach Ansicht von über 90 % der Führungskräfte von den Mitarbeitern genutzt. Allerdings geben ebenfalls über 90 % der Führungskräfte an, dass hauptsächlich Frauen sie in Anspruch nehmen. Als Grund für die Unterschiede wird überwiegend das Fortbestehen eines klassischen Rollenbildes angegeben. Während Frauen sich eher geplant familienfreundlich im beruflichen Umfeld verhalten, nehmen Männer eher ungeplant, informell (ohne, dass es auffällt) und in Notsituationen Möglichkeiten in Anspruch.
  • Wenn Frauen Maßnahmen zur Vereinbarkeit ergreifen, fallen die Reaktionen überwiegend verständnisvoll aus. Bei Männern dominieren negative Reaktionen, wenn Führungskräfte überhaupt mit deren Forderungen konfrontiert werden. Mit der Inanspruchnahme von familienfreundlichen Regelungen ist für Männer ein überwiegend negatives Image ("Weichei", "keine Lust zu arbeiten") verbunden.
  • Während einerseits die Instrumente als überwiegend vorhanden empfunden werden, kommt andererseits die Diskussion über Familienfreundlichkeit den meisten Führungskräften im Unternehmen zu kurz. In nahezu der Hälfte der Unternehmen wird Familienfreundlichkeit nach Ansicht der Führungskräfte nicht offiziell diskutiert. Gibt es eine Diskussion, wird hauptsächlich die "Vereinbarkeit von Beruf und Kind(ern)" thematisiert. Nahezu 30 % der Führungskräfte können überhaupt keine Aussagen der Unternehmensleitung zum Thema Familienfreundlichkeit ausmachen.
  • Die Führungskräfte sind bei der Umsetzung im eigenen Bereich teilweise unsicher. Dabei wird deutlich, dass es bei der Umsetzung nicht an Instrumenten fehlt, sondern individuelle Lösungen je nach Bedürfnis des Mitarbeiters gefunden werden müssen. Die Führungskraft ist damit ganz anders gefordert, weil sie die vorhandenen Instrumente nicht schematisch anwenden kann.
  • Die Umsetzung ist abhängig vom eigenen Werteverständnis der Führungskraft. Es gibt meistens keine systematische Umsetzung von Familienfreundlichkeit.
  • 86 % der Führungskräfte glauben, dass eine familienfreundliche Personalpolitikpositiv auf den Unternehmenserfolg wirkt. Dies vor allem über die Motivation (97 %) und Bindung der Mitarbeiter sowie über ein positives Arbeitgeberimage.

 

Die Studie "Profit und Familienfreundlichkeit" - Führungskräftebefragung zur Familienfreundlichkeit von Unternehmen wurde durchgeführt im Auftrag der hessenstiftung - familie hat zukunft, der VhU - Vereinigung hessischer Unternehmerverbände e.V., der Arbeitgeberverbände Hessen Metall und HessenChemie von der IGS Organisationsberatung GmbH, Köln im Jahr 2007. Auf der Homepage der IGS Organisationsberatung gibt es die Studie zum Download.

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