Studie: "Männer in Bewegung - Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland"

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Studie: "Männer in Bewegung - Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland"

Titel Studie Männer in BewegungDie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte und von den beiden großen Kirchen in Auftrag gegebene Studie: "Männer in Bewegung - Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland" gibt einen Überblick über die Selbsteinschätzung von Männern in Bezug auf alle Lebensbereiche und vergleicht die Daten mit einer Vorgängeruntersuchung von 1998. Zentrale Väter-Ergebnisse: Nur eine kleine Gruppe "moderner" Väter eroberte sich weibliche Domänen: Sie trösten ihre Kinder, kuscheln mit ihnen und bringen sie ins Bett. Insgesamt "stagniert" das Vater-Kind-Verhältnis. Um die Hausaufgaben kümmern sich Väter aber etwas mehr als vor zehn Jahren. Wenn es darum geht, mit den Kindern Sport zu treiben, "überholen" sie die Mütter. Die Studie zeigt auch: Der Trend geht weg von "traditionellen" Einstellungen.

Bereits vor zehn Jahren, 1998, befragten Rainer Volz und Paul M. Zulehner deutsche Männer. Ihre Studie dazu hieß damals: "Männer im Aufbruch - Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen". Diese Befragungsergebnisse versetzten sie nun in die Lage, die Daten mit denen ihrer Befragung von 2008 zu vergleichen. In der Studie "Männer in Bewegung - Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland" stellen sie die Ergebnisse und Trends vor.

Familie: die Arbeit machen die Frauen

Das familiäre Umfeld, als Oase der "Liebe und Sicherheit", steht als wichtigster Lebensbereich bei Männern und Frauen nach wie vor unangefochten an der Spitze. Die Verantwortlichkeiten von Männern und Frauen in der Familie veränderten sich kaum. Die Mehrzahl der Aufgaben bleibt bei den Frauen. So sieht es auch bei der Betreuung und Erziehung der Kinder aus. Der Datenvergleich zeigte: Auch 2008 machen Mütter deutlich mehr mit den Kindern als die Väter. Männer kümmern sich heute jedoch mehr um die Hausaufgaben als früher und treiben auch mehr Sport mit dem Nachwuchs als die Mütter.

"Moderne" Väter trösten auch

Die Männer, deren Einstellung die Studie als "modern" bezeichnet, verzeichneten bei allen Tätigkeiten mit den Kindern überdurchschnittliche Werte - auch in typischen Frauen-Domänen wie: kuscheln, trösten, ins Bett bringen. Es scheine eine Zweiteilung zu geben, sagen die Autoren: Engagierte Väter, die sich "in allen Lebenslagen" um die Kinder kümmern, und diejenigen, deren Kontakt zum Nachwuchs sich auf ein enges Tätigkeitsspektrum beschränkt. Aber auch bei den engagierten Vätern machen Volz und Zulehner eine Ausnahme aus: Ist ein Kind krank, blieben nur sieben Prozent von ihnen Zuhause. 72 Prozent der Frauen gaben dagegen an, dann dem Arbeitsplatz fern zu bleiben.

Den "traditionellen" Mann gibt es nicht mehr

Wohin der Trend geht, zeigt das wohl markanteste Ergebnis der Studie: Die 1998 als traditionell eingestufte Männergruppe erhielt 2008 die Bezeichnung "teiltraditionell". Sie sind "moderner" geworden und veränderten vor allem ihre Position zur Berufstätigkeit von Frauen. Dahinter stünden auch finanziellen Gründe, vermuten die Autoren: "Viele Haushalte sind auf zwei Einkommen angewiesen.

Fast ein Drittel der Männer ist "teiltraditionell"

Verkleinert hat sich die damals "traditionelle" und heute "teiltraditionelle" Gruppe jedoch nur unwesentlich von 30 Prozent 1998 auf jetzt 27 Prozent. Bei den Frauen, die als Vergleichsgröße ebenfalls befragt wurden, sieht das anders aus. Der Prozentsatz verringerte sich von 25 auf 14 Prozent. Das von den Autoren als "modern" beschriebene Profil gewann bei den Frauen fünf Prozentpunkte und liegt nun bei 32 Prozent. Dem stehen 19 Prozent "moderne" Männer gegenüber. "Das Verhältnis zwischen den weiblichen und männlichen Rollentypen ist folglich unausgewogen - was Quelle möglicher Probleme ist", schreiben die Autoren.

Die 400 Seiten starke Studie kann auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend heruntergeladen oder bestellt werden.

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