Wenn Eltern oder Paare mit Kindern sich trennen, ist häufig der Väter derjenige, der aus dem gemeinsamen Haushalt auszieht und in der Folge nicht mehr mit seinen Kindern im Alltag zusammenlebt. Für Väter - und Kinder - ist dies ein sehr schmerzhafter Prozess, der meist nur sehr schwer zu bewältigen ist.
Nicht nur die beendete Partnerschaft, sondern auch die neue Situation, die eigenen Kinder nicht mehr alltäglich zu erleben, muss verarbeitet werden. Mittlerweile schaffen es viele Väter in einer solchen Krisensituation, sich Hilfe in Form professioneller Beratung (z.B. in Ehe- und Familienberatungsstellen) zu holen oder sich in Selbsthilfegruppen zu organisieren und sich so gegenseitig zu unterstützen.
Für viele getrennte Väter ist es gerade wichtig, nach dem Ende der Partnerschaft mit der Kindesmutter einen engen Kontakt zu ihren Kindern aufrecht zu erhalten und diesen aktiv zu gestalten. Gemeinsame Zeiten an den Papa-Wochenenden werden sowohl von den Kindern als auch von den Vätern als eine sehr intensive Zeit miteinander wahrgenommen; manchmal sogar viel intensiver als früher, als sie noch zusammengewohnt haben. Das geschieht allerdings nicht ohne bewusste Entscheidung des Vaters. Um eine intensive Beziehung zum getrennt lebenden Kind zu pflegen und zu erhalten, stehen Vätern viele Möglichkeiten zur Verfügung - um nur einige zu nennen:
Leider gehen viele Partnerschaften in großem Streit auseinander. Gerade hier droht häufig die Gefahr, dass der eigene Schmerz und die Wut über die Trennung bei den Eltern (bei Mutter wie Vater) den Blick auf einen verantwortlichen und sensiblen Umgang mit den Kindern überlagert oder gar versperrt.
So werden die Verhandlungen um den Kontakt zwischen den Kindern und dem Elternteil, bei dem sie nicht leben, oft als Machtmittel benutzt, um Streitigkeiten auf der Beziehungsebene der Erwachsenen auszutragen - und zwar mit zunehmenden Maße, je größer die Verletzungen aus der beendeten Partnerschaft sind. Neben den Kindern sind die Leidtragenden in diesen Fällen meist die Väter, da die Kinder nach einer Trennung der Eltern in der Regel bei den Müttern leben. Das Vereiteln von Besuchsterminen bis hin zum (angestrebten) Entzug des Umgangsrechts oder auch in der unbewussten Manipulation der Kinder gegenüber dem Vater sind Entwicklungen, über die getrennt lebende Väter häufig klagen.
Auf der anderen Seite fällt es vielen Vätern vor dem Hintergrund einer schmerzhaften Trennung zunächst sehr schwer, den Kontakt zu ihren Kindern aufrecht zu erhalten, sie vermindern oder vernachlässigen ihn zeitweilig - bewusst oder unbewußt.
Unter beidem leidet die Vater-Kind-Beziehung deutlich. Es wäre wünschenswert, wenn sich trennende Paare in dieser Situation Beratungshilfe holen, um gemeinsam dem Wohl der Kinder nachzukommen. Die Chancen einer Mediation sollten genutzt werden. Bedenken Sie, auch wenn Sie selbst noch so sehr leiden: Ihre Kinder wollen beide Eltern und sie haben ein Recht auf beide! Kinder leiden unverschuldet an den Streitigkeiten und Trennungen ihrer Eltern. Mütter und Väter, die sich trennen, tragen deshalb die große Verantwortung, ihren Kindern diese Trennung - so gut es geht - zu erleichtern und sich zu bemühen, den Kontakt zu ihnen zu halten!
Wenn Sie mögen, schildern Sie uns Ihre Erfahrungen.